Zum Hauptinhalt
Logo der Europäischen Kommission
Europäische Kommission

Emissionshandelssystem der EU (EU-EHS)

Was versteht man unter dem EU-EHS?

Wie funktioniert das EU-EHS?

Wie funktioniert das EU-EHS?

Es beruht auf dem „Cap-and-Trade“-Prinzip:

Das EU-EHS gilt seit 2005 für die Stromerzeugung und energieintensive Industrien. Im Jahr 2012 wurde es auf den Luftverkehr und im Jahr 2024 auf den Seeverkehr ausgeweitet. Es umfasst alle EU-Länder sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Seit 2020 ist es zudem mit dem Schweizer Emissionshandelssystem (Schweizer EHS) verknüpft.

Die Vorteile des EU-EHS

Das EU-EHS hat konkrete Ergebnisse erzielt. Seit 2005 sind die Emissionen aus den erfassten Sektoren um mehr als 50 % zurückgegangen.

Quelle: Europäische Umweltagentur.

Seit 2013 hat das EU-EHS Einnahmen in Höhe von mehr als 270 Mrd. EUR erwirtschaftet, von denen rund drei Viertel an die Mitgliedstaaten flossen. Darüber hinaus hat die EU kostenlose Zertifikate im Wert von rund 255 Mrd. EUR bereitgestellt, um die Energiewende zu unterstützen.

  • Im Rahmen des Innovationsfonds wurden seit 2020
    mehr als15.00Mrd. EURin saubere Technologien und innovative Projekte investiert
  • Das EU-EHS hat seit 2013
    270.00Mrd. EURan Erlösen aus Auktionen generiert
  • Im Rahmen des Modernisierungsfonds wurden seit 2021
    mehr als23.00Mrd. EURausgezahlt
  • Die EU hat zwischen 2013 und 2025 kostenlose Zertifikate im Wert von
    255.00Mrd. EURbereitgestellt

Wie wird das EU-EHS modernisiert?

Angesichts der Entwicklung der europäischen Wirtschaft und der globalen Herausforderungen muss sich auch das EU-EHS weiterentwickeln. Die neuen industriellen Anforderungen der EU und das herausfordernde geopolitische Umfeld machen eine Reform des Systems erforderlich. 

Die Reform wird die Förderung umweltfreundlicher Investitionen stärken und einen klaren, vorhersehbaren Weg aufzeigen, wie Unternehmen ihre Emissionen senken und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben können.

Was wird sich im EU-EHS ändern?

Durch die Überarbeitung wird das EU-EHS die europäische Industrie stärker unterstützen und gleichzeitig ein wichtiges Instrument zur Erreichung der europäischen Klimaziele bleiben.

  • Eine schrittweise Reduzierung der Emissionen

    Die jährliche Senkung der Emissionsobergrenze im Rahmen des EU-EHS wird angepasst, um den Übergang schrittweise zu gestalten: 

    • 3,7 % pro Jahr von 2031 bis 2035
    • 1,7 % pro Jahr von 2036 bis 2040

    Dies wird den Unternehmen mehr Planungssicherheit bieten und gleichzeitig Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität gewährleisten.

  • Mehr Investitionen in eine saubere Industrie

    Die EU wird über die neue Bank zur Dekarbonisierung der Industrie 100 Mrd. EUR mobilisieren, um die Industrie bei Investitionen in sauberere Technologien zu unterstützen.

  • Mehr ETS-Einnahmen fließen in Klimaschutzmaßnahmen

    Die EU-Länder werden 50 % ihrer nationalen EHS-Einnahmen zur Unterstützung der Dekarbonisierung der EHS-Sektoren einsetzen müssen. Dies könnte bis 2030 zusätzliche Investitionen in Höhe von mehr als 100 Mrd. EUR generieren.

  • Anhaltende Unterstützung für eine gerechte Energiewende in ganz Europa

    Der Modernisierungsfonds wird auch weiterhin EU-Länder mit geringerem Einkommen bei der Modernisierung ihrer Energiesysteme und der Umgestaltung ihrer Industrien unterstützen.

  • Unterstützung von Unternehmen, die in die Energiewende investieren

    Die kostenlosen Zertifikate für Unternehmen werden über das Jahr 2030 hinaus fortgeführt und stärker an Investitionen in die Dekarbonisierung geknüpft. Dadurch werden Unternehmen belohnt, die in saubere Technologien investieren, und andere dazu ermutigt, ihren Übergang zu beschleunigen. 

    Die Industrie erhält zwischen 2026 und 2030 zusätzliche kostenlose Zertifikate im Wert von 6 Mrd. EUR.

  • Ein stärkeres EU-EHS für alle Sektoren

    Das EU-EHS wird für den Luft- und Seeverkehr gestärkt und auf die Abfallverbrennung ausgeweitet. Diese Veränderungen werden neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen, das Risiko unlauteren Wettbewerbs verringern und europaweit gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleisten. 

EHS2 – der neue EU-CO<sub>2</sub>-Markt für den Gebäude- und den Straßenverkehrssektor sowie für zusätzliche Sektoren

Das EHS2 ist der neue CO2-Markt der EU, der dazu beitragen soll, die Emissionen aus Sektoren zu reduzieren, die bisher nicht vom bestehenden EU-EHS erfasst wurden, vor allem Straßenverkehr, Gebäude und einige weitere kleine Industriezweige. Es wird 2028 voll einsatzfähig sein und bleibt von den Reformvorschlägen unberührt.

Wie das ursprüngliche EHS wird es über ein „Cap-and-Trade“-System funktionieren, aber die Emissionen werden bereits im vorgelagerten Bereich reguliert: Es wird also für Kraftstofflieferanten und nicht direkt für Haushalte oder einzelne Verbraucherinnen und Verbraucher gelten.

Ein Teil der erzielten Einnahmen wird zur Unterstützung bedürftiger Haushalte und Kleinstunternehmen über den Klima-Sozialfonds verwendet, und zwar durch:

  • die Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden zur Verbesserung der Isolierung und der Energieeffizienz,
  • den Austausch veralteter Heiz-, Kühl- und Kochsysteme durch umweltfreundlichere Alternativen,
  • die Installation erneuerbarer Energiequellen wie Solaranlagen,
  • die Verbesserung des Zugangs zu emissionsfreien Verkehrsmitteln wie elektrischen öffentlichen Verkehrsmitteln und zu gemeinsam genutzten Transportmitteln,
  • die Bereitstellung vorübergehender direkter finanzieller Hilfe für diejenigen, die diese am dringendsten benötigen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ändert die Kommission das EU-EHS?

Das System muss weiterentwickelt werden, um der sich wandelnden Wirtschaft Europas und den aktuellen globalen Herausforderungen Rechnung zu tragen. Durch die Anpassung der jährlichen Senkung der Emissionsobergrenze wird der Übergang schrittweise und berechenbarer gestaltet. Unternehmen haben so mehr Zeit, zu planen, in saubere Technologien zu investieren und wettbewerbsfähig zu bleiben, während sie gleichzeitig ihre Emissionen weiter senken.

Wie unterstützen die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung Arbeitsplätze in der EU?

Bis 2030 könnten die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung dazu beitragen, mehr als eine Million neue Arbeitsplätze in den Bereichen umweltfreundliche Industrien, Energieeffizienz und umweltfreundlicher Verkehr zu schaffen. Diese Entwicklung wird durch die Rückführung von Einnahmen, Umschulungsmaßnahmen und regionale Investitionen im Rahmen des EU-EHS unterstützt.

Wie trägt die CO₂-Bepreisung zu einer gesünderen Umwelt bei?

Die CO₂-Bepreisung trägt zu sauberer Luft bei. Sie wirkt dem Verbrauch fossiler Brennstoffe entgegen und senkt so den Ausstoß von Schadstoffen wie Schwefeloxiden (SOx), Stickoxiden (NOx) und Feinstaub (PM2,5).

Durch die Verringerung der Luftverschmutzung kann die CO₂-Bepreisung das Risiko für Asthma, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle senken. Sauberere Luft spart Kosten im Gesundheitswesen und verbessert die Lebensqualität, insbesondere in städtischen Gebieten.

Welche Vorteile bringt das EU-EHS der Gesellschaft?

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel kommen der Gesellschaft, der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern im Alltag direkt zugute. Seit Beginn der Auktionen im Jahr 2013 hat das EU-EHS Einnahmen in Höhe von rund 270 Mrd. EUR für die EU-Länder generiert. Diese Mittel wurden direkt in umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr, energieeffiziente Wohngebäude und moderne Infrastruktur reinvestiert, was den Alltag von Millionen von Menschen verbessert.

Mit diesen Einnahmen wurden Projekte wie neue umweltfreundliche Busse in Ungarn, das Hochwasserrisikomanagement in Estland oder ein Mobilitätsgutscheinprogramm in Italien gefördert. Im Rahmen der Überarbeitung wird ein größerer Teil dieser Einnahmen in die unter das EU-EHS fallenden Industriezweige reinvestiert, um deren Dekarbonisierung zu beschleunigen.

Ist die EU die einzige Region der Welt, in der eine CO₂-Bepreisung eingeführt wurde?

Die CO₂-Bepreisung ist ein bewährter Ansatz, der weltweit in immer mehr Ländern zum Einsatz kommt. Sie wurde bereits in Ländern wie China, Südkorea, Neuseeland und Kanada sowie in mehreren US-Bundesstaaten eingeführt. Auch in Ländern wie Brasilien, der Türkei, Japan und Indien werden derzeit neue Systeme entwickelt. 

Tatsächlich hat sich die Zahl der eingeführten CO₂-Steuern und Emissionshandelssysteme zwischen 2016 und 2026 mehr als verdoppelt, ebenso wie der Anteil der weltweiten Treibhausgasemissionen, den sie abdecken. CO₂-Bepreisungssysteme umfassen mittlerweile fast 30 % der weltweiten Emissionen.

Die Seite wurde zuletzt am 24 September 2026 aktualisiert.