Überblick
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Grundrechte gehören zu den grundlegenden Werten der Europäischen Union. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Gleichberechtigung auszeichnet.
Bürger*innen können ihre Meinung frei äußern und sich ihre eigene Meinung bilden. Sie können am demokratischen Leben teilhaben, ihre politischen Vertretungen wählen und über ihre Zukunft mitbestimmen – und das in einem öffentlichen Raum, in dem unterschiedliche Meinungen geäußert werden können und Vielfalt akzeptiert wird.
Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland sind eine ernsthafte Bedrohung für diese Lebensweise. Sie können demokratische Institutionen und Prozesse untergraben, indem Menschen fundierte Entscheidungen unmöglich gemacht werden oder sie sogar von der Teilnahme an Wahlen abgehalten werden. Zudem werden Gesellschaften gespalten, indem Gemeinschaften gegeneinander ausgespielt werden.
Feindliche Akteure können mithilfe neuer Technologien in einem völlig neuen Ausmaß agieren und schneller als je zuvor Desinformation verbreiten.
Deswegen steht die Bekämpfung von Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland sowie die Stärkung unserer Gesellschaften gegen diese Bedrohungen ganz oben auf der Tagesordnung der EU und ihrer Mitgliedstaaten.
Im Fokus
Die Kommission veröffentlichte eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen, um Projekte im Bereich Medienkompetenz zu fördern, die verschiedene Generationen in ländlichen Gebieten und kleinen bis mittelgroßen Städten in Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Zypern zusammenbringen.
Über die Aufforderung wird pro Land ein Projekt für einen Zeitraum von acht Monaten mit 50 000 EUR unterstützt.
Einreichungsfrist war der 6. Februar 2026. Die Vorschläge werden derzeit geprüft.

Wie reagiert die Europäische Kommission darauf?
Die Kommission baut auf gezielte Kommunikation als Antwort auf Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland, die die EU-Politik im Visier haben.
Darüber hinaus müssen wir Medienfreiheit und -pluralismus gewährleisten und dafür sorgen, dass die Bürger*innen jederzeit auf vertrauenswürdige und hochwertige Nachrichten und Informationen zurückgreifen können.
Die EU-Kommission bekämpft diese Bedrohungen durch:
- Strategien, die die europäischen Demokratien stärken, den Missbrauch von Online-Plattformen und die Einflussnahme auf Wahlen erschweren und gleichzeitig Journalist*innen und den Medienpluralismus schützen
- den Aufbau von Situationsbewusstsein durch Überwachung, Erkennung und Analyse von Open-Source-Informationen
- die Bekämpfung von Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland durch Sensibilisierungsmaßnahmen, moderne technische Lösungen und verbesserte Koordination
- die Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz und des Engagements der Bürgerinnen und Bürger durch digitale und mediale Kompetenz sowie weitere Maßnahmen
- die Zusammenarbeit mit Institutionen, nationalen Behörden, Faktenchecker*innen, Medien, Hochschulen, zivilgesellschaftlichen und anderen Organisationen
Zentrale Aktionsbereiche

Förderung freier und fairer Wahlen, Schutz des öffentlichen Diskurses und Bekämpfung von Informationsmanipulation und der Einflussnahme aus dem Ausland – durch den Europäischen Schutzschild für die Demokratie

Plattformen bei der Bekämpfung von Informationsmanipulation und der Einflussnahme aus dem Ausland in die Pflicht nehmen – durch das Gesetz über digitale Dienste, den Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation, das Verordnung über künstliche Intelligenz und die Verordnung über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung

Wahrung von Medienpluralismus und Medienfreiheit – durch das Medienfreiheitsgesetz und Rechtsvorschriften zum Schutz von Journalist*innen vor strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Anti-SLAPP-Vorschriften)

Aufdeckung von Taktiken im Zusammenhang mit Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland und Sicherstellung der Bereitschaft gegenüber Cyberattacken

Bürger*innen beim Umgang mit der modernen Nachrichtenlandschaft unterstützen, gegenüber Taktiken im Zusammenhang mit Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland sensibilisieren, Leitlinien für die Bekämpfung von Desinformation durch Bildung bereitstellen

Förderung von Projekten, die zu den gesamtgesellschaftlichen Bemühungen beitragen, Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland zu bekämpfen und die Freiheit und den Pluralismus der Medien zu stärken
Bereitstellung zuverlässiger Informationen
Genaue und zuverlässige Informationen sind entscheidend im Kampf gegen Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland.
Um Bürger*innen dabei zu helfen, Fakten von Fiktion zu unterscheiden und ihre eigene Meinung zu entwickeln, finden Sie nachstehend Ressourcen zu Themen, bei denen Informationsmanipulation besonders oft vorkommt:

Desinformation und Falschinformationen können die humanitäre Hilfe und Katastrophenabwehrmaßnahmen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens ernsthaft gefährden

Mit dem Abkommen sollen unter dem Grundsatz der Nachhaltigkeit der Handel gefördert, EU-Standards gewährleistet und mehr als 350 europäische Produkte geschützt werden – erfahren Sie, was die Menschen und Unternehmen in Europa davon haben.

Extreme Wetterereignisse treten häufiger und heftiger auf als noch vor wenigen Jahrzehnten. Erfahren Sie, wie dies mit dem Klimawandel zusammenhängt.
Zeitleiste der EU-Maßnahmen
- November 2025
Kommission stellt Europäischen Schutzschild für die Demokratie vor
- Oktober 2025
Die Verordnung über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung tritt in Kraft
- Februar 2025
Die EU-Kommission und das Europäische Gremium für digitale Dienste billigen die offizielle Aufnahme des Verhaltenskodexes zur Bekämpfung von Desinformation in den Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste, für dessen Einhaltung durch die Plattformen der Kodex zum Maßstab wird
- Januar 2025
Der überarbeitete „Verhaltenskodex für die Bekämpfung illegaler Hassreden im Internet +“ wird in das Gesetz über digitale Dienste aufgenommen
- August 2024
Die Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-Verordnung) tritt in Kraft
- Mai 2024
Das Europäische Medienfreiheitsgesetz und neue Vorschriften gegen missbräuchliche Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Anti-SLAPP-Vorschriften) treten in Kraft
- April 2024
Die Verordnung über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung tritt in Kraft
- März 2024
Die Kommission veröffentlicht im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste Leitlinien für sehr große Online-Plattformen und ‑Suchmaschinen zur Minderung von Online-Risiken, die sich auf die Integrität von Wahlen auswirken könnten – einschließlich besonderer Leitlinien für die Europawahl im Juni 2024
- März 2024
Ein neues Kompendium zur Cybersicherheit zum Schutz der Integrität von Wahlen wird veröffentlicht
- Dezember 2023
Die Kommission nimmt das Paket zur Verteidigung der Demokratie im Vorfeld der Europawahl 2024 an
- Oktober 2023
Die Kommission veröffentlicht eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zur Unterstützung von EU-Faktenchecker*innen bei der Aufdeckung und Bekämpfung von Desinformation
- Oktober 2022
Die Kommission veröffentlicht Leitlinien für Lehr- und Erziehungskräfte an Primar- und Sekundarschulen zur Bekämpfung von Desinformation und zur Förderung digitaler Kompetenzen im Unterricht
- September 2022
Die Kommission legt ihren Vorschlag für den Europäischen Rechtsakt zur Medienfreiheit vor
- Juni 2022
Der Gestärkte Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation wird von großen Online-Plattformen, aufstrebenden und spezialisierten Plattformen, Akteuren in der Werbebranche, Faktenchecker*innen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen unterzeichnet
- November 2021
Die Kommission schlägt neue Rechtsvorschriften über Transparenz und Targeting politischer Werbung vor
- Dezember 2020
Die Kommission legt ihren Vorschlag für das Gesetz über digitale Dienste vor
- Dezember 2020
Die Kommission erstellt ihren Europäischen Aktionsplan für Demokratie
- Juni 2020
Einrichtung der Europäischen Beobachtungsstelle für digitale Medien
- März 2019
Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) startet sein Schnellwarnsystem
- Dezember 2018
Die Kommission und der Hohe Vertreter erstellen einen Aktionsplan gegen Desinformation
- September 2018
Erstellung des ersten Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation
- September 2018
Die Kommission veröffentlicht eine Mitteilung über die Gewährleistung freier und fairer Europawahlen
- April 2018
Die Kommission veröffentlicht eine Mitteilung über die Bekämpfung von Desinformation im Internet
- April 2016
Annahme eines gemeinsamen Rahmens für die Abwehr hybrider Bedrohungen, um feindseligen Handlungen, mit denen eine Region oder ein Staat destabilisiert werden soll, entgegenzuwirken
- Januar 2015
Einrichtung der East StratCom Task Force des EAD zur Bekämpfung russischer Desinformationskampagnen
Die Seite wurde zuletzt am 20 Januar 2026 überprüft.
