Was die EU tut
Die EU arbeitet eng mit ihren Partnern im südlichen Mittelmeerraum zusammen, um gemeinsamen Wohlstand, Stabilität und Sicherheit zu fördern. Die Stärkung unserer Partnerschaften mit den Ländern Nordafrikas, des Nahen Ostens und der Golfregion ist nach wie vor eine strategische Priorität für Europa. Für dieses Vorhaben hat die Kommission eine eigene Generaldirektion eingerichtet.
Dabei bauen wir auf eine praktische Zusammenarbeit, die allen zugutekommt – von zwischenmenschlichen Kontakten über die Stärkung der Wirtschaft bis hin zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und gemeinsamer Widerstandsfähigkeit. Dazu bündelt die Kommission verschiedene Politikbereiche und unterstützt die Partnerländer mit Fachwissen und finanzieller Hilfe im Rahmen von EU-Instrumenten.
Die Zusammenarbeit mit der südlichen Nachbarschaft erstreckt sich auf zehn Partnerländer: Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina*, Syrien und Tunesien. Darüber hinaus umfassen die Maßnahmen der EU die Länder der Golfregion (die sechs Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) – Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate – sowie Irak, Jemen und Iran), wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen Handel, Investitionen, Verkehrsanbindung sowie Partnerschaften in den Bereichen saubere Technologien und erneuerbare Energien liegt.

Ein Blick auf die Zahlen
Handlungsbereiche
Ein neuer Kooperationsrahmen für Kontakte zwischen den Menschen, zur Stärkung der Wirtschaft und zur Förderung der Sicherheit im Mittelmeerraum und darüber hinaus
Bilaterale Partnerschaften mit Schwerpunkt auf Investitionen, Handel, Energie, Migration und mehr
Strategischer Rahmen zur Förderung von Stabilität, Sicherheit und wirtschaftlichem Wohlstand in Nordafrika und im Nahen Osten
Stärkung der Partnerschaften mit regionalen Interessenträgern zur Förderung von Frieden und Stabilität in der gesamten Region und in Europa
Aufbau einer engeren, zukunftsorientierten Partnerschaft mit den Ländern der Region, unter anderem durch strategische Partnerschaftsabkommen
Förderung von Investitionen, Unterstützung von Projekten in den Bereichen Infrastruktur, Energiewende oder Kulturerbe im Mittelmeerraum
Die größten Erfolge
- Global-Gateway-Projekte im südlichen Mittelmeerraum, die durch ein EU-Finanzpaket in Höhe von 7 Mrd. EUR unterstützt werden, haben bis Herbst 2025 – zwei Jahre früher als geplant – öffentliche und private Investitionen in Höhe von 30 Mrd. EUR mobilisiert. Das System digitaler Unterseekabel Medusa und große Wasserentsalzungsanlagen verbessern das Leben der Menschen.
- Die EU ist mit 1,36 Mrd. EUR für den Zeitraum 2021-2024 und 1,6 Mrd. EUR für den Zeitraum 2025-2027 der größte externe Geber für Palästina*. Die Unterstützung umfasst Gesundheits-, Bildungs- und Sozialdienstleistungen für palästinensische Flüchtlinge, den Zugang zu Wasser und Energie sowie Zahlungen von Gehältern für Beamte.
- 2014 wurde der Regionale Treuhandfonds der Europäischen Union als Reaktion auf die Syrien-Krise (Madad) eingerichtet, um den dringenden Bedarf von mehr als 5 Millionen syrischen Flüchtlingen zu decken. In den zehn Jahren seit der Einrichtung des Madad-Fonds flossen 2,38 Mrd. EUR von Gebern, einschließlich der EU-Mitgliedstaaten, in 129 wichtige Projekte zur Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen für 11 Millionen bedürftige Menschen.
- Die EU unterstützt Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Unternehmerinnen in der Region beim Zugang zu Finanzmitteln. Aus dem SANAD-Fonds wurden mehr als 1,4 Mrd. EUR an Teildarlehen zur Unterstützung von mehr als 445 000 Arbeitsplätzen im südlichen Mittelmeerraum und in Afrika vergeben.
- Im Rahmen von Erasmus+ wurden zwischen 2022 und 2025 24 Projekte für den Kapazitätsaufbau im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung im südlichen Mittelmeerraum unterstützt, die eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung in der Region vorantreiben.
- Während der Corona-Gesundheitskrise mobilisierte die EU mehr als 2,3 Mrd. EUR an Unterstützung für Länder im südlichen Mittelmeerraum. EU-Kooperationsprogramme wurden angepasst, um die nationalen Gesundheitssysteme in Form von Schutzausrüstung, Schulungen und Hilfsdienstleistungen für Krankenhäuser zu unterstützen.
Im Fokus
Die Region Naher Osten und Nordafrika verfügt über einige der weltweit ergiebigsten und kostengünstigsten Ressourcen im Bereich der erneuerbaren Energien. Dank der groß angelegten Erzeugung von Wind- und Solarenergie wird diese Region zu einem Dreh- und Angelpunkt der Energiewende im Mittelmeerraum werden. Das Potenzial der Region wird auf über 2 300 GW geschätzt, was mehr als dem Doppelten der aktuellen Gesamtleistung der EU entspricht und die strategische Bedeutung dieser Chance unterstreicht.
Mit der T-MED-Initiative soll ein dreifacher Gewinn für die Region erzielt werden:
- inklusive sozioökonomische Entwicklung durch Investitionen, Wertschöpfung, Kompetenzentwicklung und neue Arbeitsplätze
- mehr Energieversorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit durch diversifizierte, erschwingliche und erneuerbare Energie
- beschleunigte Dekarbonisierung durch Strom aus erneuerbaren Quellen, erneuerbaren Wasserstoff, den Einsatz sauberer Technologien und grenzüberschreitende Netze.
*Diese Bezeichnung ist nicht als Anerkennung eines Staates Palästina auszulegen und lässt die Standpunkte der einzelnen Mitgliedstaaten zu dieser Frage unberührt.
Die Seite wurde zuletzt am 27 Mai 2026 aktualisiert.