Was die EU tut
Die Europäische Kommission setzt sich seit über 40 Jahren in enger Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten für den Tierschutz ein.
Im Jahr 2024 wurde erstmals ein Mitglied der Europäischen Kommission offiziell mit der Tierschutzpolitik betraut – ein klares Zeichen für verstärkte politische Anstrengungen im Tierschutz.
Nun arbeitet die Kommission an der Modernisierung der EU-Vorschriften über das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen, die Transportbedingungen für Tiere und die Einfuhr exotischer Tiere.
Dabei werden sowohl Aspekte der Ethik, Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Wirtschaft als auch die Ansichten und Erwartungen der Europäer*innen in Bezug auf den Umgang mit Tieren berücksichtigt.

Fakten zum Tierwohl
Handlungsbereiche
Förderung einer verantwortungsbewussten Tierhaltung, Züchtung und Rückverfolgbarkeit
Bessere Bedingungen bei Langstreckentransporten
Erleichterung der Zusammenarbeit mit Interessenträgern und des Wissensaustauschs
Gewährleistung einer artgerechten Behandlung am Lebensende
Bewertung ethischer Bedenken und Erwägung von Verboten
Verbesserung der Haltungsbedingungen und schrittweise Abschaffung der Käfighaltung
Seuchenprävention durch strenge Importkontrollen
EU-Maßnahmen zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere
Die größten Erfolge
- Die Kommission hat zwei europäische Bürgerinitiativen eingetragen und auf diese reagiert: „Fur Free Europe“ (Pelzfreies Europa, 2023) und „End the Cage Age“ (2021).
- Verbot bestimmter Verwendungen von Käfigen (Hennen, Sauen, Mastkälber). Dank der EU-Rechtsvorschriften profitieren 360 Millionen Legehennen und 12 Millionen Sauen von einer besseren Lebensqualität.
- Seit 2009 werden in der EU keine Tierversuche für kosmetische Zwecke durchgeführt.
- Mit dem Vertrag von Lissabon hat die EU offiziell anerkannt, dass Tiere fühlende Wesen sind. Dies bedeutet, dass die EU-Organe bei der Politikgestaltung „den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere … in vollem Umfang Rechnung“ tragen müssen.
- Seit 2006 haben mehr als 2 000 Tierärzt*innen über von der Kommission finanzierte Programme Schulungen zum Tierschutz erhalten.
Im Fokus
In der Viehzucht sind EU-weit rund sieben Millionen Menschen beschäftigt. Die Branche erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 400 Mrd. EUR. Geringe Rentabilität bei steigenden Kosten, sich verändernde Marktbedingungen und Ausbrüche von Tierseuchen setzen den Sektor jedoch unter Druck. Die neue Tierhaltungsstrategie wird Landwirtschaftsbetrieben dabei helfen, solche Herausforderungen langfristig und nachhaltig zu bewältigen.
Die Strategie umfasst fünf Schwerpunkte: Krisenvorsorge, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Eignung für alle landwirtschaftlichen Betriebe und Regionen, Exzellenz in der Nutztierhaltung. Mithilfe der Maßnahmen in diesen Bereichen sollen Landwirtschaftsbetriebe anstatt auf Importe stärker auf heimische Ressourcen zurückgreifen, Emissionen gesenkt, die Lebensmittelsicherheit gewahrt, der Tierschutz verbessert und die Viehzuchtbranche insgesamt krisenfester werden.

Die Seite wurde zuletzt am 7 Juli 2026 aktualisiert.