Handelsabkommen EU-Mercosur: warum es so wichtig istMit dem EU-Mercosur-Handelsabkommen wird eine Handelszone mit insgesamt 700 Millionen Menschen geschaffen. Es wird zwischen der EU und dem südamerikanischen Handelsblock, zu dem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören, geschlossen. Das Abkommen soll die europäische Wirtschaft und globale Partnerschaften stärken und gleichzeitig die Landwirtschaft, Verbraucher*innen und Umweltstandards der EU schützen. Das Abkommen wird Handelshemmnisse beseitigenArbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten schaffenwirksame Schutzvorkehrungen für die EU-Vorschriften und einen fairen Wettbewerb gewährleisten Das Handelsabkommen EU-Mercosur soll bis 2040 Früchte tragen mehr als 77,6 Mrd. EURAnstieg des EU-BIPbis zu 50 Mrd. EUR+39 % Anstieg der jährlichen EU-Exportebis zu 600 000gesicherte Arbeitsplätze in Europa Chancen für EU-UnternehmenIndustriegüterDas EU-Mercosur-Handelsabkommen wird Zölle senken, und zwar auf: - Autos (derzeit bis zu 35 %), - Maschinen (derzeit 14-20 %), - Arzneimittel (derzeit bis zu 14 %) und viele andere Produkte, wodurch EU-Unternehmen jährlich mehr als 4 Mrd. EUR einsparen.Kritische RohstoffeDer Mercosur ist ein wichtiger Lieferanten von Rohstoffen, die für den grünen und den digitalen Wandel von entscheidender Bedeutung sind. So bezieht die EU beispielsweise 82 % ihres Niobs für die Herstellung supraleitender Magnete für MRT-Scanner und Krebsbehandlungen aus dem Mercosur. Mit dem EU-Mercosur-Abkommen wird ein nachhaltiger Zugang zu kritischen Rohstoffen sichergestellt.Vergabe öffentlicher AufträgeEU-Unternehmen können sich an öffentlichen Ausschreibungen in Ländern des Mercosur beteiligen. Allein der Beschaffungsmarkt auf Bundesebene von Brasilien beläuft sich auf über 8 Mrd. EUR pro Jahr. Vorteile für die Landwirtschaft sowie für Verbraucher*innen in der EUDas EU-Mercosur-Handelsabkommen wird die hohen Zölle auf wichtige Agrarlebensmittel der EU wie Wein und Spirituosen (derzeit bis zu 35 %), Schokolade (20 %) und Olivenöl (10 %) senken. Der EU-Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse wird voraussichtlich um fast 50 % steigen. Erwartete Gewinne durch ermäßigte Zölle Das Abkommen wird auch der Landwirtschaft und den Lebensmittelunternehmen in der EU zugutekommen, indem es die Steigerung des Exports traditioneller, hochwertiger Agrarlebensmittel aus der EU fördert;authentische EU-Erzeugnisse (geografische Angaben) vor Nachahmungen im Mercosur – durch Sicherung der Marken- und Marktexklusivität – schützt und somit auch diesen unlauteren Wettbewerb unterbindet;Importe von Agrarlebensmitteln zu reduzierten Zollsätzen begrenzt: Die Importmengen für Rindfleisch und Geflügel mit dem vergünstigten Zollsatz sind demnach auf nur 1,5 % bzw. 1,3 % der jährlichen Gesamterzeugung der EU begrenzt. Es gibt auch zusätzlich geschützte Importe: Reis, Honig, Ethanol. Im Zuge der Umsetzung des Abkommens wird die Europäische Kommission die Marktentwicklungen, insbesondere in der Landwirtschaft, genau beobachten. Erforderlichenfalls werden Schutzmaßnahmen gegen einen schädlichen Anstieg der Einfuhren aus dem Mercosur für sensible EU-Erzeugnisse eingesetzt, um die europäischen Landwirt*innen zu schützen und eine faire und ausgewogene Partnerschaft mit dem Mercosur zu gewährleisten. Darüber hinaus wird ein Sicherheitsnetz in Höhe von 6,3 Mrd. EUR die EU-Landwirtschaft im Falle von Marktstörungen schützen. Wahrung der hohen EU-Standards in den Bereichen Gesundheit und LebensmittelsicherheitDie Menschen in Europa genießen sichere und gesunde Lebensmittel dank der weltweit höchsten Gesundheits- und Lebensmittelstandards, die auch in diesem neuen Abkommen geachtet werden. Damit diese Standards eingehalten werden, sind nur Einfuhren, die den strengen EU-Vorschriften für Lebensmittelsicherheit entsprechen, zulässig;wird die EU im Hinblick auf einen noch stärkeren Schutz der Gesundheit und Sicherheit in Europa die Kontrolle behalten;werden Inspektionen und Audits in Ausfuhrländern und an den EU-Grenzen verstärkt. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass importierte Lebensmittel weiterhin sicher und gesund sind und tragen somit zur Ernährungssicherheit bei. Förderung gemeinsamer Werte und einer nachhaltigen Entwicklung Das Abkommen ist viel mehr als nur ein Handelsabkommen. Es bietet einen Rahmen für die Zusammenarbeit in dringenden globalen Fragen wie Menschenrechte und Klimawandel, durch: eine Zusage zur wirksamen Umsetzung des Pariser Klimaschutzübereinkommenskonkrete und messbare Verpflichtungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der Ökosysteme und zur Bekämpfung der Entwaldungdie Stärkung der Arbeitnehmerrechtedie Förderung von verantwortungsvollem unternehmerischem Handelndie Stärkung des Schutzes und der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums – schutzrechtsintensive Wirtschaftszweige machen mehr als 47 % des EU-BIP und mehr als 80 % der EU-Ausfuhren aus Häufig gestellte Fragen Warum hat die EU mit dem Mercosur ein Partnerschaftsabkommen ausgehandelt?Der Mercosur ist ein großer Exportmarkt für die EU. Unternehmen aus der EU exportierten bis heute in die vier Gründungsstaaten des Mercosur:Waren im Wert von 55 Mrd. EUR (2024)Dienstleistungen im Wert von 29 Mrd. EUR (2023)Europäische Unternehmen können sich aufgrund zahlreicher Handelshemmnisse auf diesem Markt nur schwer unter fairen Bedingungen behaupten. Auch trotz dieser Handelshemmnisse entfielen 2023 auf die EU 16,9 % des Handels des Mercosur, und das Handelsabkommen könnte die EU-Ausfuhren auf diesen Markt mit 295 Millionen Menschen ankurbeln. Hat die EU Handelsabkommen mit anderen Ländern in Lateinamerika geschlossen?Die EU hat bereits Handelsabkommen mit fast allen anderen Ländern in Lateinamerika ausgehandelt. Wenn das Abkommen mit den Mercosur-Ländern unter Dach und Fach ist, kann der präferenzielle Zugang für die Exportwirtschaft der EU stärker ausgebaut und die politischen Beziehungen zu allen lateinamerikanischen Ländern vertieft werden.Welche Ergebnisse sind von dem EU-Mercosur-Abkommen zu erwarten?Mit dem Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur:wird es für EU-Unternehmen einfacher, im Mercosur zu verkaufen und zu investieren;kann eine nachhaltige Rohstoffversorgung gesichert und die wirtschaftliche Sicherheit der EU gestärkt werden;werden die EU und der Mercosur bei der Gestaltung weltweiter Handelsregeln, die mit den höchsten EU-Standards im Einklang stehen, unterstützt;wird unmissverständlich signalisiert, dass wir für einen regelbasierten Handel eintreten und Protektionismus ablehnen;werden Wertschöpfungsketten beider Regionen weiter integriert, sodass sich die Wirtschaftszweige beider Seiten auf dem globalen Markt besser behaupten können;werden die europäischen Werte durch Verpflichtungen in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und Arbeitnehmerrechte gefördert. Weitere Fragen und Antworten Hintergrund Die Verhandlungen über das EU-Mercosur-Abkommen begannen im Jahr 2000 und durchliefen im Laufe der Jahre mehrere Phasen. Sie gipfelten am 6. Dezember 2024, als die Europäische Union und die vier Gründungstaaten des Mercosur eine politische Einigung über ein ehrgeiziges, ausgewogenes und umfassendes Partnerschaftsabkommen erzielten. Am 9. Januar 2026 billigten die EU-Länder das Handelsabkommen förmlich. Am 27. Februar 2026 kündigte die Kommission die vorläufige Anwendung des Abkommens, wie vom Europäischen Rat genehmigt, an. Sie wird auch weiterhin daran arbeiten, dass das Abkommen gemäß den EU-Verträgen vollständig geschlossen wird. Links zum Thema Factsheet: Partnerschaftsabkommen EU-Mercosur EU-Handelsbeziehungen zum Mercosur EU-Mercosur: Text of the agreementEU-Handelsverhandlungen und ‑abkommen EU-Handelspolitik Die Seite wurde zuletzt am 27 Februar 2026 aktualisiert.
Handelsabkommen EU-Mercosur: warum es so wichtig istMit dem EU-Mercosur-Handelsabkommen wird eine Handelszone mit insgesamt 700 Millionen Menschen geschaffen. Es wird zwischen der EU und dem südamerikanischen Handelsblock, zu dem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören, geschlossen. Das Abkommen soll die europäische Wirtschaft und globale Partnerschaften stärken und gleichzeitig die Landwirtschaft, Verbraucher*innen und Umweltstandards der EU schützen. Das Abkommen wird Handelshemmnisse beseitigenArbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten schaffenwirksame Schutzvorkehrungen für die EU-Vorschriften und einen fairen Wettbewerb gewährleisten
IndustriegüterDas EU-Mercosur-Handelsabkommen wird Zölle senken, und zwar auf: - Autos (derzeit bis zu 35 %), - Maschinen (derzeit 14-20 %), - Arzneimittel (derzeit bis zu 14 %) und viele andere Produkte, wodurch EU-Unternehmen jährlich mehr als 4 Mrd. EUR einsparen.
Kritische RohstoffeDer Mercosur ist ein wichtiger Lieferanten von Rohstoffen, die für den grünen und den digitalen Wandel von entscheidender Bedeutung sind. So bezieht die EU beispielsweise 82 % ihres Niobs für die Herstellung supraleitender Magnete für MRT-Scanner und Krebsbehandlungen aus dem Mercosur. Mit dem EU-Mercosur-Abkommen wird ein nachhaltiger Zugang zu kritischen Rohstoffen sichergestellt.
Vergabe öffentlicher AufträgeEU-Unternehmen können sich an öffentlichen Ausschreibungen in Ländern des Mercosur beteiligen. Allein der Beschaffungsmarkt auf Bundesebene von Brasilien beläuft sich auf über 8 Mrd. EUR pro Jahr.