Zum Hauptinhalt
Logo der Europäischen Kommission
Europäische Kommission

Das Handelsabkommen EU-Mercosur

Das Handelsabkommen EU-Mercosur soll bis 2040 Früchte tragen

  • mehr als 77,6 Mrd. EUR
    Anstieg des EU-BIP
  • bis zu 50 Mrd. EUR
    +39 % Anstieg der jährlichen EU-Exporte
  • bis zu 600 000
    gesicherte Arbeitsplätze in Europa

Chancen für EU-Unternehmen

Industriegüter

Das EU-Mercosur-Handelsabkommen wird Zölle senken, und zwar auf:
- Autos (derzeit bis zu 35 %),
- Maschinen (derzeit 14-20 %),
- Arzneimittel (derzeit bis zu 14 %)
und viele andere Produkte, wodurch EU-Unternehmen jährlich mehr als 4 Mrd. EUR einsparen.

Kritische Rohstoffe

Der Mercosur ist ein wichtiger Lieferanten von Rohstoffen, die für den grünen und den digitalen Wandel von entscheidender Bedeutung sind. So bezieht die EU beispielsweise 82 % ihres Niobs für die Herstellung supraleitender Magnete für MRT-Scanner und Krebsbehandlungen aus dem Mercosur. Mit dem EU-Mercosur-Abkommen wird ein nachhaltiger Zugang zu kritischen Rohstoffen sichergestellt.

Vergabe öffentlicher Aufträge

EU-Unternehmen können sich an öffentlichen Ausschreibungen in Ländern des Mercosur beteiligen.
Allein der Beschaffungsmarkt auf Bundesebene von Brasilien beläuft sich auf über 8 Mrd. EUR pro Jahr.

Vorteile für die Landwirtschaft sowie für Verbraucher*innen in der EU

Das EU-Mercosur-Handelsabkommen wird die hohen Zölle auf wichtige Agrarlebensmittel der EU wie Wein und Spirituosen (derzeit bis zu 35 %), Schokolade (20 %) und Olivenöl (10 %) senken. Der EU-Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse wird voraussichtlich um fast 50 % steigen.

Erwartete Gewinne durch ermäßigte Zölle

Das Abkommen wird auch der Landwirtschaft und den Lebensmittelunternehmen in der EU zugutekommen, indem es

  • die Steigerung des Exports traditioneller, hochwertiger Agrarlebensmittel aus der EU fördert;
  • authentische EU-Erzeugnisse (geografische Angaben) vor Nachahmungen im Mercosur – durch Sicherung der Marken- und Marktexklusivität – schützt und somit auch diesen unlauteren Wettbewerb unterbindet;
  • Importe von Agrarlebensmitteln zu reduzierten Zollsätzen begrenzt: Die Importmengen für Rindfleisch und Geflügel mit dem vergünstigten Zollsatz sind demnach auf nur 1,5 % bzw. 1,3 % der jährlichen Gesamterzeugung der EU begrenzt. Es gibt auch zusätzlich geschützte Importe: Reis, Honig, Ethanol.

Im Zuge der Umsetzung des Abkommens wird die Europäische Kommission die Marktentwicklungen, insbesondere in der Landwirtschaft, genau beobachten. Erforderlichenfalls werden Schutzmaßnahmen gegen einen schädlichen Anstieg der Einfuhren aus dem Mercosur für sensible EU-Erzeugnisse eingesetzt, um die europäischen Landwirt*innen zu schützen und eine faire und ausgewogene Partnerschaft mit dem Mercosur zu gewährleisten. Darüber hinaus wird ein Sicherheitsnetz in Höhe von 6,3 Mrd. EUR die EU-Landwirtschaft im Falle von Marktstörungen schützen. 

Wahrung der hohen EU-Standards in den Bereichen Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Die Menschen in Europa genießen sichere und gesunde Lebensmittel dank der weltweit höchsten Gesundheits- und Lebensmittelstandards, die auch in diesem neuen Abkommen geachtet werden. Damit diese Standards eingehalten werden,

  • sind nur Einfuhren, die den strengen EU-Vorschriften für Lebensmittelsicherheit entsprechen, zulässig;
  • wird die EU im Hinblick auf einen noch stärkeren Schutz der Gesundheit und Sicherheit in Europa die Kontrolle behalten;
  • werden Inspektionen und Audits in Ausfuhrländern und an den EU-Grenzen verstärkt.

Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass importierte Lebensmittel weiterhin sicher und gesund sind und tragen somit zur Ernährungssicherheit bei.

Förderung gemeinsamer Werte und einer nachhaltigen Entwicklung

Das Abkommen ist viel mehr als nur ein Handelsabkommen. Es bietet einen Rahmen für die Zusammenarbeit in dringenden globalen Fragen wie Menschenrechte und Klimawandel, durch:

  • eine Zusage zur wirksamen Umsetzung des Pariser Klimaschutzübereinkommens
  • konkrete und messbare Verpflichtungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der Ökosysteme und zur Bekämpfung der Entwaldung
  • die Stärkung der Arbeitnehmerrechte
  • die Förderung von verantwortungsvollem unternehmerischem Handeln
  • die Stärkung des Schutzes und der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums – schutzrechtsintensive Wirtschaftszweige machen mehr als 47 % des EU-BIP und mehr als 80 % der EU-Ausfuhren aus

Häufig gestellte Fragen

Hintergrund

Die Verhandlungen über das EU-Mercosur-Abkommen begannen im Jahr 2000 und durchliefen im Laufe der Jahre mehrere Phasen. Sie gipfelten am 6. Dezember 2024, als die Europäische Union und die vier Gründungstaaten des Mercosur eine politische Einigung über ein ehrgeiziges, ausgewogenes und umfassendes Partnerschaftsabkommen erzielten. Am 9. Januar 2026 billigten die EU-Länder das Handelsabkommen förmlich. 

Am 27. Februar 2026 kündigte die Kommission die vorläufige Anwendung des Abkommens, wie vom Europäischen Rat genehmigt, an. Sie wird auch weiterhin daran arbeiten, dass das Abkommen gemäß den EU-Verträgen vollständig geschlossen wird.

Die Seite wurde zuletzt am 27 Februar 2026 aktualisiert.