Ausbau der gesellschaftlichen Krisenfestigkeit Europas An der Demokratie in Europa muss fortlaufend gearbeitet werden Auch 2022/23 blieb die Kommission ihrer Rolle als Hüterin der Verträge treu. Bei der Verteidigung der Demokratie und beim Aufbau eines starken und krisenfesten Europas lag der Schwerpunkt auf folgenden Themen:Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und Bekämpfung von KorruptionFörderung neuer Formen des demokratischen EngagementsAufbau einer Union der GleichheitMehr Krisentauglichkeit und Schutz der EU-Bürger*innenÜberwindung der Corona-Pandemie und Aufbau einer GesundheitsunionSchaffung eines nachhaltigen und fairen MigrationssystemsReaktion auf den Aufruf zur humanitären Hilfe Page contents Page contents Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und Bekämpfung von KorruptionDer Krieg Russlands gegen die Ukraine führt uns vor Augen, dass unsere hart erkämpfte Demokratie und bestehende Freiheiten verteidigt werden müssen. Jede Generation von Europäern muss dazu beitragen, die Demokratie in Europa krisenfester zu machen und das Versprechen des europäischen Friedensprojekts zu erneuern.Rechtsstaatlichkeit – Freiheit, Fairness, GleichheitDie Rechtsstaatlichkeit bildet das Fundament unserer Union. Der jährliche Bericht zur Rechtsstaatlichkeit beobachtet sowohl positive als auch negative Entwicklungen auf dem Gebiet der Rechtsstaatlichkeit in den Mitgliedstaaten.Der Bericht 2023 spiegelt einen positiven Trend wider, räumt jedoch ein, dass einige Reformen mehr Zeit benötigen, um abgeschlossen zu werden. TextfassungAus dem Bericht 2023 geht hervor, dass 65 % der Empfehlungen von 2022 von den Mitgliedstaaten umgesetzt wurden. Wirksames Vorgehen gegen KorruptionIm Mai 2023 ergriff die Kommission konsequenterweise Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung in der EU und zur Harmonisierung der EU-Vorschriften über die Definitionen von Korruptionsdelikten und die Strafen für Korruptionsdelikte. Ziele:Gewährleistung hoher Standards gegen das gesamte Spektrum von KorruptionsdeliktenKonsequentere DurchsetzungSchaffung von Strukturen in den Mitgliedstaaten, die Korruption besser verhindern.Ferner schlug die Kommission eine neue spezielle Sanktionsregelung vor, um gegen schwere Korruptionshandlungen weltweit vorzugehen. TextfassungMaßnahmen zur Korruptionsbekämpfung sind ein wesentlicher Bestandteil des für die Rechtsstaatlichkeit erforderlichen Umfelds – nebender Wahrung einer unabhängigen Justizfreien und pluralistischen Medieneiner transparenten und hochwertigen öffentlichen Verwaltungund einer freien und aktiven Zivilgesellschaft Vorschlag zur Schaffung eines interinstitutionellen EthikgremiumsIm Juni 2023 schlug die Kommission die Einrichtung des interinstitutionellen Ethikgremiums vor; es wird einheitliche Standards für das ethische Verhalten von Mitgliedern der EU-Organe und einen formellen Mechanismus für die Koordinierung und den Meinungsaustausch über ethische Anforderungen zwischen den Organen geben. Förderung neuer Formen des demokratischen Engagements BürgerbeteiligungIm Anschluss an die Konferenz zur Zukunft Europas, eine beispiellose Übung in demokratischer Mitbestimmung, setzt die Kommission die Empfehlungen der Bürger*innen um.Bei den neu eingeführten Bürgerforen leisten rund 150 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen mit ihren Erkenntnissen einen Beitrag zu zentralen Vorschlägen der Kommission. Im Mittelpunkt steht die jüngere Generation aufgrund ihrer entscheidenden Rolle bei der Gestaltung der Zukunft. TextfassungBei den neuen Bürgerforen leisten rund 150 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen mit ihren Erkenntnissen einen Beitrag zu zentralen Vorschlägen der Kommission. Die 2023 behandelten Themen waren Lebensmittelverschwendung, virtuelle Welten und Lernmobilität. Die 100. Europäische BürgerinitiativeAm 18. April 2023 erklärte die Kommission die 100. Initiative, die alle europäischen Hauptstädte durch Hochgeschwindigkeitszüge miteinander verbinden will, für zulässig. Seit ihrer Einführung im Jahr 2012 sind die europäischen Bürgerinitiativen ein wirkungsvolles Instrument partizipativer Demokratie und haben über 17 Millionen Unterschriften für verschiedene Vorschläge gesammelt. Aufbau einer Union der Gleichheit Die Kommission setzt sich nach wie vor für eine Gesellschaft ein, in der alle die gleichen Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung haben. Jeder und jede Einzelne muss seine Individualität ausdrücken, seine Gedanken aussprechen, seinen Glauben frei praktizieren und lieben können, wen er oder sie will.Gleichstellung der GeschlechterDie Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter 2020-2025 betont die Bedeutung einer florierenden, geschlechtergerechten Gesellschaft und Wirtschaft. Dementsprechend haben wir Vorschläge vorgelegt, umdie Rechte von Familien in grenzüberschreitenden Situationen zu schützen und zu stärkendie Anwendung des Grundsatzes „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ für Männer und Frauen zu fördern, damit das geschlechtsspezifische Lohngefälle endlich zu einem Relikt der Geschichte wird.geschlechtsspezifischer Gewalt ein Ende zu bereiten. TextfassungUm die Gleichstellung der Geschlechter in den Leitungsorganen von Unternehmen zu verbessern, haben wir im November 2022 wegweisende Vorschriften angenommen, wonach bis 2026 mindestens 40 % der nicht geschäftsführenden Direktoren/Aufsichtsratsmitglieder in börsennotierten Gesellschaften vom unterrepräsentierten Geschlecht besetzt sein müssen. Beendigung der Gewalt gegen FrauenAm 1. Juni 2023, sieben Jahre nach dem Vorschlag der Kommission, trat die EU endlich dem Übereinkommen von Istanbul zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt bei. Wir sind dabei, Mindeststandards im EU-Recht auszuhandeln, umbestimmte Formen geschlechtsspezifischer Gewalt unter Strafe zu stellenden Zugang zur Justiz sowie Schutz und Hilfe für Opfer zu verbesserndie Koordinierung zwischen den zuständigen Dienststellen zu gewährleistendiese Arten von Straftaten zu verhindern.Rechte von LGBTIQ-PersonenWie in der Strategie zur Gleichstellung von LGBTIQ-Personen 2020-2025 vorgesehen, legte die Kommission im Dezember 2022 einen Vorschlag zur Stärkung der Gleichstellungsstellen bei der Bekämpfung von Diskriminierung durch Festlegung von Mindeststandards im Hinblick auf Mandat, Befugnisse, Aufgaben, Ressourcen und Unabhängigkeit vor.Bekämpfung von RassismusIm Rahmen des EU-Aktionsplans gegen Rassismus 2020-2025 hat die Kommissiondie Mitgliedstaaten aufgefordert, bis Ende 2022 eigene nationale Aktionspläne gegen Rassismus zu beschließendie Mitgliedstaaten nachdrücklich aufgefordert, nationale Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus zu entwickelnnationale Roma-Rahmen bewerteteine neue Koordinatorin für die Bekämpfung von Islamfeindlichkeit ernannt.Beschäftigungspaket für Menschen mit BehinderungenMenschen mit Behinderungen haben das Recht, wie alle anderen uneingeschränkt am Leben teilzuhaben. Das im September 2022 vorgelegte Paket zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen unterstützt die Mitgliedstaatenbei der Förderung der sozialen Inklusionim Kampf gegen die Armutbeim Ausbau von Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen mit Behinderungen.Im September 2023 legte die Kommission einen Vorschlag für einen Europäischen Behindertenausweis vor, mit dem die Anerkennung des Behindertenstatus über Grenzen hinweg sichergestellt werden soll. Kurzaufenthalte in anderen EU-Ländern würden dadurch vereinfacht, denn Inhabern des Ausweises würde EU-weit der gleiche Zugang zu Sonderbedingungen und Vorzugsbehandlung gewährt wie Einheimischen. Mehr Krisentauglichkeit und Schutz der EU-Bürger*innen Im Rahmen der Europäischen Sicherheitsunion ist die EU zum Schutz ihrer Bürger*innen und Unternehmen verpflichtet – und zwar online wie offline. Seit Juli 2020 wurden erhebliche Fortschritte erzielt, die die vier Säulen der Strategie stärken. TextfassungSeit Juli 2020 wurden erhebliche Fortschritte erzielt, die die vier Säulen der Strategie stärken:Beseitigung von SchwachstellenErhöhung der CybersicherheitEngere Zusammenarbeit in der Strafverfolgungund Reduzierung der Anfälligkeit gegenüber hybriden Bedrohungen Darüber hinaus gibt es nun moderne Vorschriften, die die physischen und digitalen Aspekte kritischer Infrastruktursektoren, einschließlich Energie, Verkehr, Gesundheit, Raumfahrt, Telekommunikation und Digitales, sichern. CybersolidaritätsgesetzDas vorgeschlagene Cybersolidaritätsgesetz soll die Zusammenarbeit innerhalb der Union bei der Abwehr von Cyberbedrohungen stärken, indem:das Erkennen von und die Sensibilisierung für Bedrohungen verbessert werdendie Abwehrbereitschaft kritischer Einrichtungen verbessert wirdund die gemeinsam abgestimmten Krisenbewältigungs- und Reaktionsfähigkeiten der Mitgliedstaaten gestärkt werden.EU-Strategie für maritime SicherheitIm März 2023 legte die Kommission eine aktualisierte EU-Strategie für maritime Sicherheit vor. Konkret geht es um Maßnahmen zur Erhöhung der maritimen Sicherheit, auchMarineübungen auf EU-Ebeneverbesserte Einsätze der Küstenwacheverstärkte Sicherheitsinspektionen in EU-Häfen, um eine engere Zusammenarbeit mit Partnern wie der NATO zu fördern, damit die regelbasierte Ordnung auf See bestehen bleibt.Europäische Weltraumstrategie für Sicherheit und VerteidigungDie Europäische Weltraumstrategie für Sicherheit und Verteidigung zeigt, dass die EU den Weltraum als umstrittenen strategischen Bereich sieht, und verfolgt folgende Ziele:Schutz ihrer Weltraumressourcen wie SatellitenVerhinderung feindseliger Weltraum-Aktivitäten wie SpionageAusbau der strategischen Autonomie der EU Weltraumbahnhof EsrangeEsrange-Weltraumbahnhof in SchwedenEr wurde im Januar 2023 eingeweiht und ist der erste Weltraumbahnhof auf dem EU-Festland. Von hier aus können kleine Satelliten starten, die der EU eine bessere Erdbeobachtung erlauben, was für die Bewältigung von Klimakatastrophen oder militärischen Bedrohungen in Echtzeit von zentraler Bedeutung sind. Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten KatastrophenDie rescEU-Löschflugzeugflotte wurde in Vorbereitung auf diesen Sommer verdoppelt und umfasst nun 24 Flugzeuge und vier Hubschrauber aus zehn Mitgliedstaaten. 2023 mobilisierte die EU im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens Hunderte von Feuerwehrleuten, Fahrzeugen und Flugzeugen für massive Brände in Europa und um Solidarität mit unseren internationalen Partnern wie Kanada zu zeigen. 2022 entwickelte die Kommission auch einen Aktionsplan zur Prävention von Waldbränden.Im Februar 2023 nahm die Kommission ferner eine Empfehlung und eine Mitteilung zur Festlegung gemeinsamer Ziele zum Ausbau der europäischen Krisentauglichkeit im Katastrophenschutz an. Hierzu gehört auch eine bessere Vorsorge der EU-Länder in puncto Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Waldbrände. Cesena, Emilia-RomagnaPräsidentin von der Leyen besucht die von Überschwemmungen heimgesuchte Region Emilia-RomagnaPräsidentin von der Leyen besuchte überschwemmte Gebiete in der Emilia-Romagna in Italien, um sich vor Ort von der Selbstlosigkeit und Solidarität Hunderter von Freiwilligen zu überzeugen. Viele opferten ihren Urlaub, um bei den Aufräumarbeiten mitzumachen und den Menschen, die Haus und Existenz verloren, unter die Arme zu greifen. Überwindung der Pandemie und Aufbau einer Gesundheitsunion CoronaAm 5. Mai 2023 wurde Corona als globaler Gesundheitsnotstand offiziell für beendet erklärt. Unser ausgeprägter Sinn für Krisenfestigkeit, Solidarität und Abstimmung, unser festes Vertrauen und unsere massiven Investitionen in Wissenschaft und Innovation haben uns diese beispiellose Krise überwinden lassen.EU-ImpfstoffstrategieMit der EU-Impfstoffstrategie wurden beeindruckende Ergebnisse erzielt: Über 70 % der EU-Bevölkerung wurden vollständig gegen COVID-19 geimpft.Mit der EU-FAB-Fazilität (Netz von Impfstoffherstellern für künftige gesundheitliche Notlagen) können wir die kontinuierliche Herstellung von 500-700 Mio. Impfstoffdosen pro Jahr sicherstellen und dafür sorgen, dass Impfstoffe rasch zur Verfügung stehen, um künftigen Krisen entgegenzuwirken. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass Impfstoffe für alle Teile der Welt zugänglich sind. Seit Dezember 2020 wurden fast 2,5 Milliarden Dosen des COVID-19-Impfstoffs in 168 Länder exportiert. TextfassungÜber 70 % der EU-Bevölkerung sind vollständig gegen COVID-19 geimpftIm Falle einer künftigen Krise können jährlich zwischen 500 und 700 Millionen Impfstoffdosen hergestellt werdenSeit Dezember 2020 wurden fast 2,5 Milliarden Dosen des COVID-19-Impfstoffs in 168 Länder exportiert Digitales COVID-Zertifikat der EUAls die Mitgliedstaaten die Reisebestimmungen während der Pandemie einschränkten, ermöglichte das digitale COVID-Zertifikat der EU den Menschen EU-weit Union ein sicheres und ungehindertes Reisen. Seit ihrer Einführung im Jahr 2021 wurden in der EU mehr als 2,3 Milliarden Zertifikate ausgestellt. Nicht zuletzt deshalb übernahm die Weltgesundheitsorganisation im Juni 2023 das digitale COVID-19-Zertifizierungssystem der EU, um ein globales System zum weltweiten Schutz der Bürger*innen vor aktuellen und künftigen Gesundheitsbedrohungen zu errichten.Europäische GesundheitsunionIm vergangenen Jahr wurde weiter an einer starken europäischen Gesundheitsunion gearbeitet, um die Gesundheit unserer Bürger*innen besser zu schützen. So können die EU und ihre Mitgliedstaaten künftige Pandemien besser verhindern bzw. bekämpfen und die europäischen Gesundheitssysteme entlasten.Plan zur KrebsbekämpfungAngesichts von über 2,7 Millionen Krebsdiagnosen und 1,3 Millionen Todesfällen in der EU im Jahr 2020 ist der Plan zur Krebsbekämpfung die umfassendste EU-Initiative in diesem Bereich. Er wird mit einem Budget von 4 Mrd. EUR nachhaltig finanziert. In seinem Rahmen wurde im September 2022 ein neues wissenschaftlich fundiertes Krebsvorsorge-Konzept eingeführt. 2023 wurde die Europäische Initiative über bildgebende Verfahren in der Krebsmedizin ins Leben gerufen, die Daten und digitale Technologien nutzt, um Krebs besser zu erkennen und zu bekämpfen. Textfassungüber 2,7 Millionen Krebsdiagnosen im Jahr 20201,3 Millionen Todesfälle in der EU im Jahr 20204 Mrd. EUR für den Plan zur Krebsbekämpfung Überarbeitung des ArzneimittelrechtsIm April 2023 wurde die Europäische Gesundheitsunion um eine wichtige Säule ergänzt – die umfassendste Überarbeitung der Arzneimittelvorschriften seit zwei Jahrzehnten. Sie soll einen Binnenmarkt für Arzneimittel schaffen, indem die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit von Arzneimitteln gefördert und gleichzeitig die Innovation und die Wettbewerbsfähigkeit der pharmazeutischen Industrie in der EU gestärkt werden. Erstes ganzheitliches EU-Konzept in puncto psychische GesundheitDas erste ganzheitliche EU-Konzept in Sachen psychische Gesundheit, das im Juni 2023 vorgestellt wurde, spiegelt die bei der Konferenz zur Zukunft ausgesprochenen Empfehlungen der Bürger*innen Europas wider und entspricht den Forderungen des Europäischen Parlaments nach mehr Maßnahmen in puncto psychische Gesundheit. Darin werden Maßnahmen zur Förderung einer guten psychischen Gesundheit unter besonderer Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen vorgeschlagen. Mit 20 Leitinitiativen und 1,2 Mrd. EUR an EU-Mitteln wird die Kommission die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Menschen und deren psychische Gesundheit an oberste Stelle zu setzen. Schaffung eines nachhaltigen und fairen Migrationssystems Mit dem neuen Migrations- und Asylpaket will die Kommission zentrale EU-Politikbereiche in puncto Migration, Asyl und Grenzmanagement ausbauen und miteinander verflechten. Eine Einigung über das Gesamtpaket der Asyl- und Migrationsreformen, über die derzeit verhandelt wird, ist von entscheidender Bedeutung. Verhütung und Bekämpfung von MenschenhandelAm 19. Dezember 2022 schlug die Kommission vor, die Vorschriften zur Verhütung und Bekämpfung von Menschenhandel zu verschärfen.Die aktualisierten Vorschriften werden es den Strafverfolgungs- und Justizbehörden erleichtern, neue Formen der Ausbeutung zu untersuchen und strafrechtlich zu verfolgen, und dazu beitragen, Opfer ausfindig zu machen und zu unterstützen. TextfassungJedes Jahr werden mehr als 7 000 Menschen in der EU Opfer von Menschenhandel. Die meisten Opfer sind Frauen und Mädchen, aber auch immer mehr Männer sind betroffen – insbesondere im Bereich der Ausbeutung der Arbeitskraft. Migration qualifizierter ArbeitskräfteDie Entwicklung legaler Wege bedeutet weniger irreguläre Migration und kann zur Stärkung der europäischen Volkswirtschaften beitragen. Zu diesem Zweck hat die Kommission im Oktober 2022 die erste EU-weite Plattform ins Leben gerufen, die die EU für Drittstaatsangehörige, die nach Beschäftigungsmöglichkeiten in der EU suchen, attraktiver machen soll. Sie wird Arbeitgebern in der EU helfen, die benötigten Fachkräfte zu finden und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.Darüber hinaus hat die Kommission im Januar 2023 die Plattform für Arbeitsmigration ins Leben gerufen, um die Migration qualifizierter Arbeitskräfte aus Drittländern in die EU voranzubringen und sie auf den Arbeitskräfte- und Qualifikationsbedarf auszurichten. Reaktion auf den Aufruf zur humanitären Hilfe Auch wenn die EU-Kommission die Ukraine massiv unterstützt, leistet sie auch weiterhin weltweit humanitäre Hilfe für diejenigen, die sie am dringendsten benötigen. Im vergangenen Jahr ist der bereits hohe humanitäre Bedarf weltweit weiter gestiegen. Für 2023 kündigten die Mitgliedstaaten gemeinsam mit der Kommission vorläufig humanitäre Hilfe in Höhe von 8,4 Mrd. EUR zum Zeichen globaler Solidarität und der EU-Führungsrolle bei humanitärer Hilfe an. Erdbeben in der Türkei und SyrienEU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der schwedische EU-Ratsvorsitz haben gemeinsam eine internationale Geberkonferenz für die Erdbebenopfer ausgerichtet. Zugesagt wurden insgesamt knapp 7 Mrd. EUR, davon 6,05 Mrd. EUR an Zuschüssen und Darlehen für die Türkei und 911 Mio. EUR an Zuschüssen für Syrien.Syrien-KriseIm Juni 2023 richtete die EU die 7. Brüsseler Konferenz zur Zukunft Syriens und der Region aus, bei der 5,6 Mrd. EUR an Hilfsgeldern zusammenkamen. Auf dieser Konferenz wurde bekräftigt, dass die EU und die internationale Gemeinschaft das syrische Volk, die syrischen Flüchtlinge und ihre Aufnahmegemeinschaften in den Nachbarländern weiterhin unterstützen.VenezuelaDie EU und Kanada haben gemeinsam die Internationale Solidaritätskonferenz für venezolanische Flüchtlinge und Migranten und ihre Aufnahmeländer und -gemeinschaften ausgerichtet. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung koordinierter Maßnahmen in puncto humanitäre Hilfe, Entwicklung und Stabilisierung.Sudan und TschadFür den Krieg, der im April 2023 im Sudan ausbrach, hat die EU ihre ursprüngliche humanitäre Hilfe von 73 Mio. EUR im Juni 2023 um 60 Mio. EUR aufgestockt. Darüber hinaus hat die EU eine humanitäre Luftbrücke Richtung Sudan und Nachbarland Tschad eingerichtet, um lebenswichtige Güter in die Länder zu bringen.Burkina FasoIm November 2022 wurde eine humanitäre Luftbrücke nach Burkina Faso eingerichtet. So konnten Hunderttausende von Hunger bedrohter Menschen in blockierten Gebieten Nahrungsmittel und lebensnotwendige Güter in Empfang nehmen.Demokratische Republik KongoIm März 2023 richtete die EU eine humanitäre Luftbrücke nach Goma ein. Mit Unterstützung Frankreichs lieferte sie auch medizinische Hilfsgüter und Nahrungsmittel.AfghanistanUm die Bereitstellung lebensrettender Hilfe zu erleichtern, hat die EU seit August 2021 über eine humanitäre Luftbrücke 29 Flüge nach Afghanistan durchgeführt. Das letzte Flugzeug landete dort am 24. Mai 2023.Naturkatastrophen in Chile und KanadaIm Februar 2023 koordinierte die EU die Entsendung von gut 250 EU-Feuerwehrleuten nach Chile sowie von Koordinierungsexperten und medizinischem Personal im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Im Kampf gegen die schlimmsten Waldbrände der letzten zehn Jahre hat Kanada auch Soforthilfe bei der Brandbekämpfung erhalten. Allgemeine Veröffentlichungen8. September 2023Lage der Union 2023 – Unterlagen Haftungsausschluss: Die Daten auf dieser Seite wurden zuletzt am 8. September 2023 aktualisiert. Weitere FortschritteVerteidigung des Friedens in EuropaUnterstützung für die Ukraine – so lange wie nötigInvestitionen in Europas WohlstandAufbau einer grünen und digitalen fairen Wirtschaft für alle Links zum Thema Neuer Schwung für die Demokratie in EuropaFörderung unserer europäischen Lebensweise
Auch 2022/23 blieb die Kommission ihrer Rolle als Hüterin der Verträge treu. Bei der Verteidigung der Demokratie und beim Aufbau eines starken und krisenfesten Europas lag der Schwerpunkt auf folgenden Themen:Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und Bekämpfung von KorruptionFörderung neuer Formen des demokratischen EngagementsAufbau einer Union der GleichheitMehr Krisentauglichkeit und Schutz der EU-Bürger*innenÜberwindung der Corona-Pandemie und Aufbau einer GesundheitsunionSchaffung eines nachhaltigen und fairen MigrationssystemsReaktion auf den Aufruf zur humanitären Hilfe
Darüber hinaus gibt es nun moderne Vorschriften, die die physischen und digitalen Aspekte kritischer Infrastruktursektoren, einschließlich Energie, Verkehr, Gesundheit, Raumfahrt, Telekommunikation und Digitales, sichern.
Weltraumbahnhof EsrangeEsrange-Weltraumbahnhof in SchwedenEr wurde im Januar 2023 eingeweiht und ist der erste Weltraumbahnhof auf dem EU-Festland. Von hier aus können kleine Satelliten starten, die der EU eine bessere Erdbeobachtung erlauben, was für die Bewältigung von Klimakatastrophen oder militärischen Bedrohungen in Echtzeit von zentraler Bedeutung sind.
Cesena, Emilia-RomagnaPräsidentin von der Leyen besucht die von Überschwemmungen heimgesuchte Region Emilia-RomagnaPräsidentin von der Leyen besuchte überschwemmte Gebiete in der Emilia-Romagna in Italien, um sich vor Ort von der Selbstlosigkeit und Solidarität Hunderter von Freiwilligen zu überzeugen. Viele opferten ihren Urlaub, um bei den Aufräumarbeiten mitzumachen und den Menschen, die Haus und Existenz verloren, unter die Arme zu greifen.