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Europäische Kommission

Der Europäische Plan für erschwinglichen Wohnraum

Ein nachhaltiges und hochwertiges Zuhause, das Sie sich leisten können

6–7 % des Wohnungsbestands in der EU sind Sozialwohnungen
20 % der Wohnungen in der EU stehen leer
93 % mehr Kurzzeitvermietungen von 2018 bis 2024

Was sieht der Plan vor?

  • durch Neubauten und Gebäudesanierung mehr Wohnraum schaffen

  • Innovationen im Bauwesen fördern

  • Arbeitskräfte anwerben und umschulen

  • Kurzzeitvermietungen angehen, wo Wohnungsmangel herrscht

  • Kosten und Verwaltungsaufwand verringern

  • Energieeffizienz fördern und Rechnungen senken

  • öffentliche und private Investitionen mobilisieren

  • besonders Betroffene wie junge Menschen und benachteiligte Gruppen schützen

Mehr Wohnraum und Innovation

Laut Schätzung der Kommission müssen in Europa jedes Jahr mehr als zwei Millionen Wohnungen neu gebaut werden, um den laufenden Bedarf zu decken – das sind jährlich rund 650 000 zusätzlich zu den 1,6 Millionen, die bereits im Bau sind. Für diese zusätzlichen Wohnungen müssten jedes Jahr etwa 153 Mrd. EUR investiert werden.

Um das zu stemmen, hat die Kommission die neue Europäische Strategie für den Wohnungsbau ins Leben gerufen, mit der die Branche wettbewerbsfähiger, produktiver und innovativer werden soll. Mit der Strategie sollen

  • Genehmigungsverfahren vereinfacht und digitalisiert werden
  • ein digitaler Produktpass und digitale Gebäudelogbücher (ab 2028) eingeführt werden
  • die Entwicklung harmonisierter Normen für innovative Bauprodukte, -stoffe und -verfahren beschleunigt werden

Zusätzlich wird die Kommission im Rahmen des Neuen Europäischen Bauhauses die Forschung, die Entwicklung und den großflächigen Einsatz innovativer Lösungen im Bau fördern.

Unterstützung für Gegenden mit Wohnungsmangel

In Städten und Urlaubsgebieten sind Unterkünfte oft teuer, und Ortsansässige haben es schwer, eine gute Wohnung zu finden. Im Rahmen des Rechtsakts für erschwinglichen Wohnraum, der 2026 erlassen werden soll, wird die Kommission Einzelstaaten, Regionen und Kommunen bei der Bewältigung von Problemen insbesondere im Zusammenhang mit Kurzzeitvermietungen unterstützen. Sie wird auch auf Bedenken im Zusammenhang mit spekulativen Praktiken eingehen und den EU-Ländern dabei helfen, Strukturreformen voranzubringen.

Unterstützung für jene, die die Krise besonders trifft

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum trifft insbesondere Geringverdiener und benachteiligte Gruppen in unserer Gesellschaft. Die Kommission beabsichtigt, junge Menschen, Studierende und Auszubildende zu unterstützen – beispielsweise mit einem Pilotprojekt für ein Garantieprogramm, durch das Kautionszahlungen geringer ausfallen oder wegfallen können. Systemrelevantes Personal, das nicht an seinem Dienstort leben kann, soll ebenfalls unterstützt werden. Sie will außerdem weitere Maßnahmen gegen das beharrliche und komplexe Problem der Wohnungslosigkeit fördern.

Schnellere Genehmigungs- und Sanierungsverfahren

Mit dem Plan sollen Kosten durch den Bürokratieabbau im Zusammenhang mit den EU-Wohnungsbauvorschriften gesenkt werden. Auch werden bewähre Verfahren wie die digitale Planung und Genehmigung auf allen Regierungsebenen gefördert.

Investitionsförderung und einfachere Vorschriften für staatliche Beihilfen

Durch den Plan werden Investitionen in Sozialwohnungen und erschwinglichen Wohnraum angekurbelt, unter anderem über eine gesamteuropäische Plattform für Wohnungsbauinvestitionen. Auch werden dadurch die Vorschriften für staatliche Beihilfen vereinfacht, wodurch die EU-Länder bezahlbaren Wohnraum leichter fördern können.

Ein Blick auf die Zahlen

Mehr als 43 Mrd. EUR hat die EU im Haushaltszeitraum 2021–2027 für den Wohnungsbau mobilisiert
10 Mrd. EUR werden zusätzlich 2026 und 2027 aus dem EU-Haushalt mobilisiert
375 Mrd. EUR werden durch Partner-Finanzinstitute bis 2029 mobilisiert

Förderung der Energieeffizienz

Im März 2026 legte die Kommission das Bürger-Energiepaket vor. Ziel ist es, die Energiekosten zu senken und schutzbedürftigen Verbraucher*innen zu helfen, indem Menschen in die Lage versetzt werden, ihre eigene saubere Energie zu erzeugen und Energiearmut zu bekämpfen. Folgendes wird helfen:

  • Wechsel zu einem günstigeren Energieversorger: Verbraucher*innen könnten bis zu 150 EUR pro Jahr sparen.
  • Niedrigere Steuern und Abgaben auf ihre Stromrechnungen: Haushalte könnten 200 EUR pro Jahr einsparen.
  • Transparentere Informationen über Energierechnungen und -verträge: Dies hilft den Verbraucher*innen, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Darüber hinaus hat die Kommission ein Förderpaket für die Finanzierung der Energieeffizienz angenommen, um die Lücke zwischen dem verfügbaren privaten Kapital und den für den Wandel unseres Energiesystems und unserer Infrastruktur erforderlichen Investitionen zu schließen. Die Kommission wird diese Strategie gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank-Gruppe umsetzen, die in den nächsten drei Jahren mehr als 75 Mrd. EUR bereitstellen will.

Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt

Als Folgemaßnahme zum Europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum hat die Kommission im Mai 2026 einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Bekämpfung der Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt vorgelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Menschen einen sicheren Ort zum Leben haben und frühzeitig gehandelt wird, um Wohnungslosigkeit zu verhindern.

Der Vorschlag wurde zusammen mit der allerersten EU-Strategie zur Bekämpfung der Armut vorgelegt. Um die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen bis 2030 um mindestens 15 Millionen zu senken und die Armut bis 2050 zu beseitigen, liegt der Schwerpunkt der Strategie auf hochwertigen Arbeitsplätzen, dem Zugang zu Dienstleistungen und Einkommensunterstützung sowie besser koordinierten Maßnahmen.

Nächste Schritte

Teil des Plans ist auch der erste EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs zum Wohnraumproblem im Jahr 2026. Dort wird eine neue Europäische Allianz für Wohnraum aus der Taufe gehoben, die Städte, Regionen und nationale und EU-Institutionen sowie zentrale Akteure aus dem Wohnungsbau zusammenbringen wird.

Die Seite wurde zuletzt am 26 Juni 2026 aktualisiert.