Kosten durch vereinte Kräfte senken
Jeder Mensch sollte in der Lage sein, seine Zukunft mit Zuversicht zu planen – egal, ob es darum geht, ein Zuhause zu finden, zur Arbeit zu fahren, eine Familie zu gründen oder Zugang zu hochwertigen und sicheren Lebensmitteln zu haben. Gleichzeitig sind die Kosten für Wohnraum, Energie, Verkehr und Lebensmittel für viele Europäerinnen und Europäer zu einem Problem geworden.
Darüber hinaus erschweren die steigenden Kosten Unternehmen das Anwerben und Halten von Fachkräften und wirken sich auf öffentliche Dienstleistungen aus – denn Pflegefachkräfte oder Feuerwehrleute nehmen keine Stellen an Orten an, wo sie sich die Mieten nicht leisten und ihren Alltag nicht bestreiten können.
Aus all diesen Gründen müssen wir handeln. Gemeinsam mit den europäischen Ländern und Regionen sowie Unternehmen und sonstigen Interessenträgern setzt die Kommission alles daran, den Menschen in der EU den Alltag zu erleichtern und neue Möglichkeiten zu schaffen.
So bemühen wir uns um eine höhere Wettbewerbsfähigkeit, damit unsere Unternehmen und Wirtschaftszweige mehr und bessere Arbeitsplätze mit angemessener Bezahlung anbieten können. Wir nehmen speziell die Bereiche in Angriff, die bei den Lebenshaltungskosten am schwersten ins Gewicht fallen:
- Wohnen
- Energie
- Mobilität
- Lebensmittel
Ziel ist es, den Europäerinnen und Europäern dabei zu helfen, bezahlbare Orte zum Leben und Arbeiten für sich und ihre Familien zu finden, ohne dass sie sich um ihre Zukunft sorgen müssen.

Chancen im Alltag schaffen
Unsere Bemühungen zur Senkung der Lebenshaltungskosten basieren auf drei zentralen Initiativen:
Ein Zuhause, das Sie sich leisten können
Das Zuhause ist das Fundament der Gesellschaft, aber für zu viele Europäerinnen und Europäer bringt das Zuhause heute große Sorgen mit sich, etwa weil sie hohe Schulden aufnehmen oder die Zukunft ungewiss ist.
- Um 60 %sind die Wohnimmobilienpreise seit 2013 gestiegen
- 22 %weniger Baugenehmigungen wurden seit 2020 registriert
- Um mehr als 20 %sind die Durchschnittsmieten seit 2013 gestiegen
Mit dem Europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum wollen wir Wohnen bezahlbarer, nachhaltiger und hochwertiger machen.
Der Plan zielt darauf ab,
- das Wohnraumangebot zu erhöhen und Innovation zu fördern, indem z. B. Genehmigungsverfahren vereinfacht und digitalisiert werden
- Gebiete, die von Wohnungsmangel betroffen sind, zu unterstützen, indem Probleme wie die Kurzzeitvermietung von Unterkünften im Rahmen des Rechtsakts für erschwinglichen Wohnraum angegangen werden
- diejenigen zu unterstützen, die am stärksten von der Krise betroffen sind, durch die Erprobung eines Garantieprogramms, mit dem Kautionszahlungen geringer ausfallen oder wegfallen können
- Genehmigungs- und Sanierungsverfahren zu beschleunigen
- Investition in sozialen und erschwinglichen Wohnraum zu fördern – mithilfe einer neuen gesamteuropäischen Plattform für Wohnungsbauinvestitionen und durch Vereinfachung der Vorschriften über staatliche Beihilfen
Für viele Familien sind Verkehrsmittel ein großer Kostenfaktor. Im Schnitt geben die Haushalte in der EU etwa jeden achten Euro ihres Budgets dafür aus. Deshalb wollen wir Fortbewegung einfacher und erschwinglicher machen, indem wir den öffentlichen Nahverkehr verbessern, die gemeinsame Nutzung von Transportmitteln („Shared mobility“) fördern und zum Radfahren und Zufußgehen animieren.
Von 2026 bis 2032 fließen daher 86,7 Mrd. EUR aus dem Klima-Sozialfonds in die Unterstützung von Haushalten, kleinen Unternehmen und Gemeinden, die mit hohen Transport- und Energiekosten zu kämpfen haben. Darüber hinaus sieht der Aktionsplan für Elektrifizierung verschiedene Instrumente vor (z. B. Sozialleasingprogramme), um E-Autos für einkommensschwächere Haushalte erschwinglicher zu machen.
Gemeinsam mit der Industrie arbeiten wir an einer neuen Initiative für kleine, bezahlbare Autos, damit Europa ein eigenes sauberes, effizientes und leichtes Elektroauto entwickelt, das sich die Menschen leisten können. Dies wird die europäische Automobilindustrie stärken, die 13 Millionen Menschen beschäftigt und deren Lebensunterhalt sichert.
Alle sollten die Möglichkeit haben, zuverlässig und kostengünstig zur Arbeit, zur Schule und zum Arzt oder ins Krankenhaus zu gelangen. Deshalb investieren wir in bessere Verkehrsangebote, insbesondere in ländlichen und schlechter angebundenen Gebieten, und unterstützen die Behörden vor Ort bei ihren Maßnahmen gegen Mobilitätsarmut.
Unter anderem zielen folgende Programme auf einen besseren, nachhaltigeren Verkehr ab:
- die Fazilität „Connecting Europe“ – fördert den Ausbau einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur im gesamten transeuropäischen Verkehrsnetz
- der Rahmen für urbane Mobilität – unterstützt Städte beim Aufbau saubererer und inklusiverer Mobilitätssysteme
- die Beobachtungsstelle für Mobilitätsarmut (Transport Poverty Hub) – ermöglicht es Städten und Regionen, die am stärksten von Verkehrsproblemen betroffenen Gebiete zu ermitteln und dort Maßnahmen zu ergreifen
Bezahlbare Energiekosten
Geopolitische Spannungen in unserer Nachbarschaft haben in den vergangenen Jahren eine Energiekrise in Europa ausgelöst. Obwohl wir die Energiepreise stabilisieren und die Versorgung sichern konnten, kostet Energie bei uns immer noch mehr als andernorts auf der Welt. Viele Europäerinnen und Europäer sind wegen ihrer Energiekostenabrechnungen besorgt. Wir haben bereits einige Maßnahmen ergriffen, um die Energiepreise zu senken.
Geschätzte Einsparungen für Verbraucher*innen und Industrie
Das neue Bürger-Energiepaket soll die Energiepreise dämpfen und den schwächsten Haushalten helfen. Energiearmut soll bekämpft werden, indem die Bürgerinnen und Bürger selbst saubere Energie erzeugen. Das heißt für Haushalte:
- Einsparungen von bis zu 150 EUR pro Jahr durch den Wechsel zu günstigeren Energieanbietern
- Einsparungen von 200 EUR pro Jahr durch geringere Steuern und Abgaben auf Stromrechnungen
- fundiertere Entscheidungen durch transparente Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu Energiekostenabrechnungen und -verträgen
Die Kommission hat außerdem Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise durch saubere, heimische Energie und bessere Infrastrukturen vorgelegt. Konkret bedeutet dies eine schnellere Einführung von erneuerbaren Energien sowie eine Modernisierung von Infrastrukturen und Verbindungsleitungen durch Investitionen.
Bessere Jobs und Einkommensmöglichkeiten
Ein hochwertiger Arbeitsplatz sollte jedem die Chance auf eine sichere Zukunft geben.
Um die Lebensqualität zu steigern und Europa wettbewerbsfähiger zu machen, ergreift die Kommission in drei weiteren Bereichen Maßnahmen:
- Mit dem Kompass für Wettbewerbsfähigkeit helfen wir Unternehmen dabei, zu wachsen sowie mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen.
- Mit dem Fahrplan für hochwertige Arbeitsplätze und dem bevorstehenden Gesetz über hochwertige Arbeitsplätze stellen wir sicher, dass die Jobs zu einer modernen Wirtschaft passen.
- Mit der neuen EU-Strategie zur Bekämpfung der Armut wollen wir die Armut bis 2050 beseitigen. Der Schwerpunkt der Strategie liegt auf hochwertigen Arbeitsplätzen, dem Zugang zu Dienstleistungen und Einkommensunterstützung sowie besser koordinierten Maßnahmen.
Außerdem setzen wir uns dafür ein, den Zugang zu hochwertigen und erschwinglichen Lebensmitteln zu gewährleisten. Europas Landwirtschaft und Fischerei spielen eine entscheidende Rolle für die Ernährungssicherheit, die biologische Vielfalt und den Umweltschutz. Wir unterstützen sie, damit sie weiterhin gute und bezahlbare Lebensmittel für alle erzeugen können.
Ausblick
Durch Zusammenarbeit auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene werden wir Investitionen ankurbeln, Vorschriften vereinfachen und konkrete Lösungen in den Bereichen Beschäftigung, Wohnen, Energie, Mobilität und Lebensmittel finden. Das Ziel ist einfach: Europa soll für die Menschen ein Ort bleiben, wo sie mit Zuversicht, in Sicherheit und unter den besten Umständen leben und arbeiten können.
Die Seite wurde zuletzt am 15 September 2026 aktualisiert.