Im letzten Jahr hat Europa in einer zunehmend unbeständigen Welt standgehalten. Angesichts zunehmender Sicherheitsbedrohungen, wirtschaftlicher Abhängigkeiten, die als Druckmittel eingesetzt werden, und der Auswirkungen von Konflikten jenseits unserer Grenzen ist Europa weiter geeint vorangeschritten durch:
- die Unterzeichnung wichtiger neuer Handelsabkommen auf drei Kontinenten
- die fortgesetzte und unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine
- die Schaffung neuer Partnerschaften, die Europas Interessen und Werte voranbringen
- die Erhaltung seiner Führungsrolle zu zahlreichen Themen – von Klimaschutz bis globaler Gesundheit
Europa hat gezeigt, dass ein anderer Weg möglich ist: ein Weg, der Stärke mit Partnerschaft und Unabhängigkeit mit Offenheit verbindet.
Stärke in der Vielfalt – Europas Agenda für Handel
Der Wohlstand Europas ist auf internationalen Handel angewiesen. Aus diesem Grund hat Europa sich im vergangen Jahr eher nach außen als nach innen gewandt, um seine Partnerschaften zu diversifizieren, die Lieferketten zu stärken und wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren. Europa hat auch seine Stellung als vertrauenswürdiger langfristiger Partner gefestigt, der in unsicheren Zeiten Resilienz und Berechenbarkeit bietet.
Länder, die Handelsabkommen mit der EU geschlossen haben
Die EU hat bereits 45 Handelsabkommen geschlossen, die 81 Länder abdecken. Durch diese Abkommen sparen die rund 712 000 europäischen Unternehmen, die über die EU-Grenzen hinaus exportieren, jährlich Zölle von schätzungsweise 25 Mrd. EUR ein.
Die Zusammenarbeit mit größeren regionalen Zusammenschlüssen wie der Transpazifischen Partnerschaft stärkt zudem die Präsenz Europas in einigen der weltweit am schnellsten wachsenden Märkte.
Handelsbeziehungen EU-USA
Die transatlantischen Handelsbeziehungen sind nach wie vor die wichtigsten Handelsbeziehungen der Welt. Täglich überqueren Waren und Dienstleistungen im Wert von 4,9 Mrd. EUR den Atlantik zwischen der EU und den Vereinigten Staaten. Europa setzt sich weiterhin für stabile Beziehungen ein, die die Interessen der europäischen Unternehmen sowie von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern schützen. Es arbeitet zudem im Rahmen der „Pax Silica“-Initiative eng mit den Vereinigten Staaten und anderen Partnern zusammen, um die Koordinierung in den Bereichen kritischer KI-Lieferketten, Halbleiter und fortschrittlicher Technologien zu stärken.
Unsere wirtschaftliche Sicherheit stärken
Handel, Investitionen und der Zugang zu kritischen Ressourcen werden zunehmend als geopolitische Instrumente eingesetzt. Europa hat darauf mit einem umfassenden Instrumentarium reagiert, um gegen unlautere Handelspraktiken, feindliche Investitionen, wirtschaftlichen Zwang, Marktverzerrungen und globale Überkapazitäten vorzugehen. Im Dezember 2025 nahm die Kommission eine Mitteilung über die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit Europas an. Damit zeigt die EU, dass sie bereit ist, diese Instrumente einzusetzen, wenn ihre Industrien, ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie ihre wirtschaftliche Sicherheit gefährdet sind.
Textfassung
Kritische Rohstoffe und RESourceEU
Sicherer und zuverlässiger Zugang zu den Rohstoffen, die unsere Wirtschaft benötigt
- 34 Materialien, die als kritische Rohstoffe gelten: z. B. Gallium, Germanium, Mangan und natürlicher Grafit.
- Auswahl von 47 strategischen Projekten in der EU und 13 außerhalb der EU für eine gezielte Unterstützung im Rahmen der Verordnung zu kritischen Rohstoffen.
- Abkommen mit Drittländern über einen sichereren Zugang zu Rohstoffen, darunter die erste Partnerschaft für sauberen Handel und Investitionen mit Südafrika und das Handelsabkommen mit Australien.
- Ein RESourceEU-Aktionsplan, um die Abhängigkeit von Batterien, seltenen Erden und verteidigungsbezogenen Rohstoffen bis 2029 um bis zu 50 % zu verringern.
- Mobilisierung von 3 Mrd. EUR im Verlauf eines Jahres zur Unterstützung strategischer Projekte.
- Einrichtung eines Zentrums für kritische Rohstoffe, um die Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit der Wertschöpfungsketten zu fördern.
Länder, die Abkommen über den digitalen Handel mit der EU geschlossen haben
Da mehr als 60 % des weltweiten BIP auf digitale Transaktionen entfallen, baut Europa seine Partnerschaften für den digitalen Handel aus. Im Februar trat das Abkommen der EU über den digitalen Handel mit Singapur in Kraft. Im Juni wurde ein ähnliches Abkommen mit der Republik Korea unterzeichnet, und im März wurden entsprechende Verhandlungen mit Kanada aufgenommen. Mit Brasilien wurde ein gesondertes Abkommen geschlossen, um einen sicheren Datenaustausch zu gewährleisten.
Eine starke und freie Ukraine
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine befindet sich nun bereits im fünften Jahr, und die Ukraine leistet nicht nur Widerstand, sondern schafft auch die Voraussetzungen für Friedensverhandlungen aus einer Position der Stärke heraus. Dies ist in erster Linie dem Mut und der Entschlossenheit der ukrainischen Bevölkerung zu verdanken, aber auch der unerschütterlichen Unterstützung durch Europa, den größten Geldgeber für die Ukraine.
EU-Militärhilfe
Die EU ist der größte militärische Unterstützer der Ukraine und hat bislang 89,7 Mrd. EUR zur Stärkung ihrer militärischen und Verteidigungsfähigkeiten mobilisiert. Im Zuge der militärischen Unterstützungsmission der EU für die Ukraine wurden bislang fast 97 000 Mitglieder der ukrainischen Streitkräfte ausgebildet. Im Rahmen des Programms für die europäische Verteidigungsindustrie unterstützt die EU den Aufbau der industriellen Basis der ukrainischen Verteidigung und deren Integration in die europäische Basis.
Im Juli 2026 unterzeichnete die EU eine neue Partnerschaft im Bereich der Verteidigungsindustrie, die einen wichtigen Schritt zur Integration unserer Verteidigungsindustrien darstellt. Außerdem brachte sie den Drohnen-Deal zwischen der EU und der Ukraine auf den Weg, um die Zusammenarbeit bei Drohnen- und Drohnenabwehrtechnologien zu vertiefen.
Sanktionen
Bislang hat die EU 21 Sanktionspakete gegen Russland und seine Unterstützer gebilligt. Diese Sanktionen belasten die russische Wirtschaft und beeinträchtigen Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung.
Textfassung
21 Sanktionspakete
Erhöhung des wirtschaftlichen Drucks auf Russland
- Schattenflotte – Mehr als 600 Schiffe sind als Teil der russischen Schattenflotte gelistet und unterliegen einem Verbot des Zugangs zu Häfen und der Erbringung von Dienstleistungen.
- Russische Vermögenswerte – Vermögenswerte der russischen Zentralbank im Wert von 210 Mrd. EUR wurden eingefroren.
- Sanktionslisten – Die Vermögenswerte von mehr als 2 900 Personen und Einrichtungen wurden eingefroren. Außerdem gilt für die betroffenen Personen ein Reiseverbot.
- Öleinnahmen – Verbot der Einfuhr von Rohöl auf dem Seeweg und eine Ölpreisobergrenze, um die Einnahmen Russlands aus Energieausfuhren zu verringern. Die Überprüfung des Ölpreisdeckels wurde bis Juli 2027 ausgesetzt.
- Gasimporte – Verbot der Einfuhr von russischem Flüssigerdgas ab Januar 2027 und von Pipelinegas ab Herbst 2027.
- Finanzen, Handel und Propaganda – Verbote für mehr als 100 russische Banken, Verbot von mehr als 20 russischen Propagandakanälen und Verbot des Handels mit zahlreichen Gütern mit doppeltem Verwendungszweck und kritischen Technologien.
Umgehung von Sanktionen
Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Umgehung von Sanktionen.
Gerechtigkeit für die Ukraine und Schutz derjenigen, die vor dem Krieg fliehen
Die EU hat sich dem Sondertribunal für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine angeschlossen. Er wird in der Lage sein, Vertreter der politischen und militärischen Führung, die für dieses Verbrechen verantwortlich sind, strafrechtlich zu verfolgen. Im Mai 2026 ratifizierte die Kommission als Gründungsmitglied das Übereinkommen zur Einrichtung einer Internationalen Schadensersatzkommission für die Ukraine, die die Schadensersatzansprüche der Kriegsopfer bewerten und festlegen wird.
Wir müssen dafür sorgen, dass jedes ukrainische Kind, das gewaltsam nach Russland verschleppt wurde, zu seiner Familie zurückkehrt. Die EU ist der Internationalen Koalition für die Rückkehr ukrainischer Kinder beigetreten, und im Mai 2026 richtete die Kommission gemeinsam mit der Ukraine und Kanada ein hochrangiges Treffen aus, um das Thema weltweit in den Vordergrund zu rücken.
Die EU-Mitgliedstaaten haben außerdem vereinbart, den vorübergehenden Schutz für ukrainische Kriegsflüchtlinge bis zum 4. März 2028 zu verlängern.
Unterstützung für die Energieversorgungssicherheit der Ukraine
Seit Beginn von Russlands groß angelegter Invasion hat die Ukraine bereits mehr als 4 Mrd. EUR an Unterstützung für die Energieversorgungssicherheit erhalten. Am 24. Februar 2026 kündigte Präsidentin von der Leyen ein zusätzliches Paket in Höhe von 920 Mio. EUR für den Winter 2026/2027 an, mit dem die Energieerzeugung, die Netzresilienz, die Energieeffizienz und die Wärmeversorgung entscheidend unterstützt werden sollen.
- Wiederherstellung
Kraftwerke instand setzen und weitere Ausrüstung bereitstellen, um 15 % des Bedarfs in der Ukraine zu decken
- Wiederaufbau
EU-Stromexporte erhöhen, um 12 % des Bedarfs der Ukraine zu decken
- Neustart
Dezentrale Stromerzeugung fördern, unter anderem durch Lieferung von Solarpaneelen an Krankenhäuser
Erweiterung – Vollendung unserer Union
In einer zunehmend gefahrvollen, zersplitterten Welt hängt Europas Sicherheit von der Stabilität in seiner Nachbarschaft ab. Das fängt beim Prozess der EU-Erweiterung an Die Erweiterung wird stets auf leistungsabhängigen Kriterien beruhen, doch wir sind entschlossen, Bewerberländer auf dem Weg zum Beitritt umfassend zu unterstützen.
Stabilität in der weiteren Nachbarschaft stärken und Frieden im Nahen Osten unterstützen
Von Nordafrika bis zum südlichen Kaukasus stärkt Europa seine Partnerschaften, um Stabilität zu fördern und neue wirtschaftliche Chancen zu eröffnen.
Partnerschaften, die Europas Interessen und Werte voranbringen
Europa versucht, seine Unabhängigkeit in der globalen Wirtschaft nicht durch Isolation, sondern durch Partnerschaft zu erreichen. Es baut belastbare Beziehungen auf der Grundlage von gemeinsamen Interessen, geteiltem Wohlstand und der Achtung der Souveränität auf.
Auf dieser Seite ist nur eine Auswahl dessen aufgeführt, was wir im letzten Jahr erreicht haben.
Für weitere Informationen können Sie die Broschüre herunterladen (PDF).
Die Seite wurde zuletzt am 11 September 2026 aktualisiert.












