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Europäische Kommission

Europäische Unabhängigkeit

In einer zunehmend zerrissenen Welt muss Europa seine Zukunft stärker selbst in die Hand nehmen. Kurz vor der Rede zur Lage der Union 2026 betrachten wir, wie dieser Anspruch die Arbeit der Europäischen Kommission im vergangenen Jahr geleitet hat und wie wir ihn in die Tat umsetzen.

Ein starkes Europa in einer unbeständigen Welt
Überblick

Im letzten Jahr hat Europa in einer zunehmend unbeständigen Welt standgehalten. Angesichts zunehmender Sicherheitsbedrohungen, wirtschaftlicher Abhängigkeiten, die als Druckmittel eingesetzt werden, und der Auswirkungen von Konflikten jenseits unserer Grenzen ist Europa weiter geeint vorangeschritten durch: 

  • die Unterzeichnung wichtiger neuer Handelsabkommen auf drei Kontinenten 
  • die fortgesetzte und unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine 
  • die Schaffung neuer Partnerschaften, die Europas Interessen und Werte voranbringen 
  • die Erhaltung seiner Führungsrolle zu zahlreichen Themen – von Klimaschutz bis globaler Gesundheit 

Europa hat gezeigt, dass ein anderer Weg möglich ist: ein Weg, der Stärke mit Partnerschaft und Unabhängigkeit mit Offenheit verbindet. 

Stärke in der Vielfalt – Europas Agenda für Handel

Der Wohlstand Europas ist auf internationalen Handel angewiesen. Aus diesem Grund hat Europa sich im vergangen Jahr eher nach außen als nach innen gewandt, um seine Partnerschaften zu diversifizieren, die Lieferketten zu stärken und wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren. Europa hat auch seine Stellung als vertrauenswürdiger langfristiger Partner gefestigt, der in unsicheren Zeiten Resilienz und Berechenbarkeit bietet.

Länder, die Handelsabkommen mit der EU geschlossen haben

Die EU hat bereits 45 Handelsabkommen geschlossen, die 81 Länder abdecken. Durch diese Abkommen sparen die rund 712 000 europäischen Unternehmen, die über die EU-Grenzen hinaus exportieren, jährlich Zölle von schätzungsweise 25 Mrd. EUR ein.

In diesem Jahr hat die EU die folgenden Handelsabkommen unterzeichnet oder die Verhandlungen abgeschlossen:

Außerdem haben wir Fortschritte mit folgenden Partnern erzielt: 

  • Thailand

  • Malaysia

  • Philippinen

  • Vereinigte Arabische Emirate

Die Zusammenarbeit mit größeren regionalen Zusammenschlüssen wie der Transpazifischen Partnerschaft stärkt zudem die Präsenz Europas in einigen der weltweit am schnellsten wachsenden Märkte.

Handelsbeziehungen EU-USA

Die transatlantischen Handelsbeziehungen sind nach wie vor die wichtigsten Handelsbeziehungen der Welt. Täglich überqueren Waren und Dienstleistungen im Wert von 4,9 Mrd. EUR den Atlantik zwischen der EU und den Vereinigten Staaten. Europa setzt sich weiterhin für stabile Beziehungen ein, die die Interessen der europäischen Unternehmen sowie von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern schützen. Es arbeitet zudem im Rahmen der „Pax Silica“-Initiative eng mit den Vereinigten Staaten und anderen Partnern zusammen, um die Koordinierung in den Bereichen kritischer KI-Lieferketten, Halbleiter und fortschrittlicher Technologien zu stärken.

Unsere wirtschaftliche Sicherheit stärken

Handel, Investitionen und der Zugang zu kritischen Ressourcen werden zunehmend als geopolitische Instrumente eingesetzt. Europa hat darauf mit einem umfassenden Instrumentarium reagiert, um gegen unlautere Handelspraktiken, feindliche Investitionen, wirtschaftlichen Zwang, Marktverzerrungen und globale Überkapazitäten vorzugehen. Im Dezember 2025 nahm die Kommission eine Mitteilung über die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit Europas an. Damit zeigt die EU, dass sie bereit ist, diese Instrumente einzusetzen, wenn ihre Industrien, ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie ihre wirtschaftliche Sicherheit gefährdet sind. 

Textfassung

Kritische Rohstoffe und RESourceEU

Sicherer und zuverlässiger Zugang zu den Rohstoffen, die unsere Wirtschaft benötigt

  • 34 Materialien, die als kritische Rohstoffe gelten: z. B. Gallium, Germanium, Mangan und natürlicher Grafit.
  • Auswahl von 47 strategischen Projekten in der EU und 13 außerhalb der EU für eine gezielte Unterstützung im Rahmen der Verordnung zu kritischen Rohstoffen.
  • Abkommen mit Drittländern über einen sichereren Zugang zu Rohstoffen, darunter die erste Partnerschaft für sauberen Handel und Investitionen mit Südafrika und das Handelsabkommen mit Australien.
  • Ein RESourceEU-Aktionsplan, um die Abhängigkeit von Batterien, seltenen Erden und verteidigungsbezogenen Rohstoffen bis 2029 um bis zu 50 % zu verringern.
  • Mobilisierung von 3 Mrd. EUR im Verlauf eines Jahres zur Unterstützung strategischer Projekte.
  • Einrichtung eines Zentrums für kritische Rohstoffe, um die Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit der Wertschöpfungsketten zu fördern.

Länder, die Abkommen über den digitalen Handel mit der EU geschlossen haben

Da mehr als 60 % des weltweiten BIP auf digitale Transaktionen entfallen, baut Europa seine Partnerschaften für den digitalen Handel aus. Im Februar trat das Abkommen der EU über den digitalen Handel mit Singapur in Kraft. Im Juni wurde ein ähnliches Abkommen mit der Republik Korea unterzeichnet, und im März wurden entsprechende Verhandlungen mit Kanada aufgenommen. Mit Brasilien wurde ein gesondertes Abkommen geschlossen, um einen sicheren Datenaustausch zu gewährleisten.


Eine starke und freie Ukraine

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine befindet sich nun bereits im fünften Jahr, und die Ukraine leistet nicht nur Widerstand, sondern schafft auch die Voraussetzungen für Friedensverhandlungen aus einer Position der Stärke heraus. Dies ist in erster Linie dem Mut und der Entschlossenheit der ukrainischen Bevölkerung zu verdanken, aber auch der unerschütterlichen Unterstützung durch Europa, den größten Geldgeber für die Ukraine.

EU-Militärhilfe

Die EU ist der größte militärische Unterstützer der Ukraine und hat bislang 89,7 Mrd. EUR zur Stärkung ihrer militärischen und Verteidigungsfähigkeiten mobilisiert. Im Zuge der militärischen Unterstützungsmission der EU für die Ukraine wurden bislang fast 97 000 Mitglieder der ukrainischen Streitkräfte ausgebildet. Im Rahmen des Programms für die europäische Verteidigungsindustrie unterstützt die EU den Aufbau der industriellen Basis der ukrainischen Verteidigung und deren Integration in die europäische Basis.

Im Juli 2026 unterzeichnete die EU eine neue Partnerschaft im Bereich der Verteidigungsindustrie, die einen wichtigen Schritt zur Integration unserer Verteidigungsindustrien darstellt. Außerdem brachte sie den Drohnen-Deal zwischen der EU und der Ukraine auf den Weg, um die Zusammenarbeit bei Drohnen- und Drohnenabwehrtechnologien zu vertiefen. 

Sanktionen

Bislang hat die EU 21 Sanktionspakete gegen Russland und seine Unterstützer gebilligt. Diese Sanktionen belasten die russische Wirtschaft und beeinträchtigen Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung.

Textfassung

21 Sanktionspakete

Erhöhung des wirtschaftlichen Drucks auf Russland

  • Schattenflotte – Mehr als 600 Schiffe sind als Teil der russischen Schattenflotte gelistet und unterliegen einem Verbot des Zugangs zu Häfen und der Erbringung von Dienstleistungen.
  • Russische Vermögenswerte – Vermögenswerte der russischen Zentralbank im Wert von 210 Mrd. EUR wurden eingefroren.
  • Sanktionslisten – Die Vermögenswerte von mehr als 2 900 Personen und Einrichtungen wurden eingefroren. Außerdem gilt für die betroffenen Personen ein Reiseverbot.
  • Öleinnahmen – Verbot der Einfuhr von Rohöl auf dem Seeweg und eine Ölpreisobergrenze, um die Einnahmen Russlands aus Energieausfuhren zu verringern. Die Überprüfung des Ölpreisdeckels wurde bis Juli 2027 ausgesetzt.
  • Gasimporte – Verbot der Einfuhr von russischem Flüssigerdgas ab Januar 2027 und von Pipelinegas ab Herbst 2027.
  • Finanzen, Handel und Propaganda – Verbote für mehr als 100 russische Banken, Verbot von mehr als 20 russischen Propagandakanälen und Verbot des Handels mit zahlreichen Gütern mit doppeltem Verwendungszweck und kritischen Technologien.

Umgehung von Sanktionen
Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Umgehung von Sanktionen.

Gerechtigkeit für die Ukraine und Schutz derjenigen, die vor dem Krieg fliehen

Die EU hat sich dem Sondertribunal für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine angeschlossen. Er wird in der Lage sein, Vertreter der politischen und militärischen Führung, die für dieses Verbrechen verantwortlich sind, strafrechtlich zu verfolgen. Im Mai 2026 ratifizierte die Kommission als Gründungsmitglied das Übereinkommen zur Einrichtung einer Internationalen Schadensersatzkommission für die Ukraine, die die Schadensersatzansprüche der Kriegsopfer bewerten und festlegen wird.

Wir müssen dafür sorgen, dass jedes ukrainische Kind, das gewaltsam nach Russland verschleppt wurde, zu seiner Familie zurückkehrt. Die EU ist der Internationalen Koalition für die Rückkehr ukrainischer Kinder beigetreten, und im Mai 2026 richtete die Kommission gemeinsam mit der Ukraine und Kanada ein hochrangiges Treffen aus, um das Thema weltweit in den Vordergrund zu rücken.

Die EU-Mitgliedstaaten haben außerdem vereinbart, den vorübergehenden Schutz für ukrainische Kriegsflüchtlinge bis zum 4. März 2028 zu verlängern. 

Unterstützung für die Energieversorgungssicherheit der Ukraine 

Seit Beginn von Russlands groß angelegter Invasion hat die Ukraine bereits mehr als 4 Mrd. EUR an Unterstützung für die Energieversorgungssicherheit erhalten. Am 24. Februar 2026 kündigte Präsidentin von der Leyen ein zusätzliches Paket in Höhe von 920 Mio. EUR für den Winter 2026/2027 an, mit dem die Energieerzeugung, die Netzresilienz, die Energieeffizienz und die Wärmeversorgung entscheidend unterstützt werden sollen.

  • Wiederherstellung

    Kraftwerke instand setzen und weitere Ausrüstung bereitstellen, um 15 % des Bedarfs in der Ukraine zu decken

  • Wiederaufbau

    EU-Stromexporte erhöhen, um 12 % des Bedarfs der Ukraine zu decken

  • Neustart

    Dezentrale Stromerzeugung fördern, unter anderem durch Lieferung von Solarpaneelen an Krankenhäuser


Erweiterung – Vollendung unserer Union

In einer zunehmend gefahrvollen, zersplitterten Welt hängt Europas Sicherheit von der Stabilität in seiner Nachbarschaft ab. Das fängt beim Prozess der EU-Erweiterung an Die Erweiterung wird stets auf leistungsabhängigen Kriterien beruhen, doch wir sind entschlossen, Bewerberländer auf dem Weg zum Beitritt umfassend zu unterstützen.

  • Ukraine und Republik Moldau

    Im Sommer hat die EU die ersten beiden Cluster der Beitrittsverhandlungen mit Moldau und der Ukraine eröffnet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den „Wesentlichen Elementen“ (unter anderem Rechtsstaatlichkeit) und auf den Außenbeziehungen.

    Der zweite EU-Moldau-Gipfel im Juni 2026 war eine wichtige Etappe, die die bemerkenswerten Fortschritte des Landes auf seinem Weg in die EU unterstreicht.

  • Westbalkan

    Bei den Verhandlungen mit den Beitrittskandidaten im Westbalkan sind wir vorangekommen. Die EU-Mitgliedstaaten sind bereit, mit der Ausarbeitung des Beitrittsvertrags mit Montenegro zu beginnen.

    Parallel zu den Verhandlungen bringen wir mit gezielten Wachstumsplänen Investitionen und Reformen voran. Zudem sind vier der Staaten im Westbalkan sowie Moldau dem einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum beigetreten.

    Außerdem verhandeln wir über die Aufnahme der Westbalkan-Länder in unser Roaminggebiet, um das Roaming zu Inlandspreisen möglich zu machen.

    Albanien hat einen wichtigen Meilenstein erreicht, als es im Juli 2026 die ersten drei Verhandlungskapitel abschließen konnte. 

    Unterdessen unterstützen wir Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Nordmazedonien und Serbien weiterhin auf ihrem Weg Richtung EU.

  • Georgien

    Die EU fühlt sich den legitimen europäischen Bestrebungen des georgischen Volkes nach wie vor verpflichtet. In Anbetracht der anhaltenden Verstöße der georgischen Regierung gegen Demokratie und Menschenrechte setzte die Kommission im März 2026 für Inhaber georgischer Diplomaten- und Amtspässe die Visafreiheit aus. Gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger sind davon nicht betroffen.


Stabilität in der weiteren Nachbarschaft stärken und Frieden im Nahen Osten unterstützen

Von Nordafrika bis zum südlichen Kaukasus stärkt Europa seine Partnerschaften, um Stabilität zu fördern und neue wirtschaftliche Chancen zu eröffnen.

  • Armenien und Aserbaidschan

    Im Mai fand zum ersten Mal ein Gipfel der EU mit Armenien statt, in dessen Mittelpunkt Frieden und Stabilität in der Region standen. Außerdem wurde die Konnektivitätspartnerschaft zwischen der EU und Armenien ins Leben gerufen, um den Ausbau der Verkehrs-, Energie- und Digitalverbindungen zu stärken. Im Juli 2026 besuchte Präsidentin von der Leyen Armenien und Aserbaidschan, um Europas Unterstützung für Frieden und gute nachbarschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu zeigen. 

    Bei ihrem Besuch kündigte die Präsidentin ein neues Global-Gateway-Paket mit 200 Mio. EUR für Frieden im Südkaukasus durch eine bessere Konnektivität an. Außerdem gab sie zusätzliche handelspolitische Maßnahmen für Armenien und eine Konnektivitätspartnerschaft zwischen der EU und Aserbaidschan bekannt.   

  • Arktis

    Die EU passt ihre Strategie für die Arktis an und stärkt die Zusammenarbeit mit den Nationen und Regionen im arktischen Raum. Wir verbinden Gemeinschaften durch digitale Infrastruktur und bauen Partnerschaften auf, um Zugang zu den kritischen Rohstoffen zu erlangen, die Europa für seine Energiewende braucht. 

    Europa hat uneingeschränkte Solidarität mit Grönland und dem Königreich Dänemark bewiesen, als die Souveränität Grönlands ungerechtfertigterweise bedroht wurde. Präsidentin von der Leyen kündigte anlässlich ihres Besuchs im September 2026 ein Global-Gateway-Partnerschaftspaket im Umfang von 200 Mio. EUR für Investitionen in Grönland an, um Chancen für die Menschen vor Ort zu schaffen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen, prosperierenden und friedlichen Arktis beizutragen.

  • Naher Osten

    Im Nahen Osten stand das vergangene Jahr ganz im Zeichen von Konflikt und Instabilität, von Iran und dem Persischen Golf bis zum Gazastreifen und dem Westjordanland, Israel und Libanon. Europa hat die Gewalt verurteilt und sein Engagement in der gesamten Region intensiviert, und wir arbeiten eng mit den Partnern zusammen, um diplomatische Lösungen und Stabilität zu erreichen, die Wirtschaftsbeziehungen zu festigen und die benötigte humanitäre Hilfe zu leisten.  

    Infolge der Angriffe Irans hat die EU die Zusammenarbeit mit den Partnern am Golf vertieft und die Handelsverhandlungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten fortgesetzt. Die Verhandlungen über Abkommen über eine strategische Partnerschaft mit den sechs Golfstaaten wurden in den letzten Monaten ebenfalls intensiviert.

    Im Januar 2026 waren Präsidentin von der Leyen und Präsident Costa zum ersten Mal seit dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad in der Hauptstadt Syriens, Damaskus, und trafen Präsident Ahmed al-Scharaa. Dies war der erste von mehreren Schritten, um unsere Partnerschaft mit Syrien wieder aufzunehmen und unsere Unterstützung für das syrische Volk und die Institutionen des Landes zu verstärken. 

    Auf dem ersten EU-Ägypten-Gipfel im Oktober 2025 wurden die Zusammenarbeit bei Handel, Migration, Energie und Investitionen und die Unterstützung für Ägyptens Reformprogramm und seinen Beitritt zu Horizont Europa gefestigt. Auf dem ersten EU-Jordanien-Gipfel im Januar 2026 haben wir die Zusammenarbeit im Hinblick auf wirtschaftliche Krisenfestigkeit, regionale Sicherheit und Flüchtlingshilfe verstärkt.

    Die EU hat ihre humanitäre Hilfe in der Region erheblich aufgestockt, unter anderem über die Gebergruppe für Palästina. Dank der Team-Gaza-Initiative der Kommission konnten 883,6 Mio. EUR bereitgestellt werden, um einen raschen Wiederaufbau in verschiedenen Bereichen zu unterstützen und der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu helfen. Die EU hat außerdem Sanktionen gegen extremistische israelische Siedler verhängt, die für schwere und systematische Vergehen gegen die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland verantwortlich sind. 

  • Mittelmeerraum

    Die EU hat im November 2025 ihren Pakt für den Mittelmeerraum für Frieden, Sicherheit und langfristige Stabilität in der Region auf den Weg gebracht. In diesem Pakt haben sich die EU, die EU-Länder und die Partner in der südlichen Mittelmeerregion zusammengeschlossen, um einen besser verbundenen, wohlhabenderen und sichereren gemeinsamen Mittelmeerraum zu schaffen. Im April 2026 wurde der erste Aktionsplan im Rahmen des Pakts für den Mittelmeerraum veröffentlicht.


Partnerschaften, die Europas Interessen und Werte voranbringen

Europa versucht, seine Unabhängigkeit in der globalen Wirtschaft nicht durch Isolation, sondern durch Partnerschaft zu erreichen. Es baut belastbare Beziehungen auf der Grundlage von gemeinsamen Interessen, geteiltem Wohlstand und der Achtung der Souveränität auf.

  • Global Gateway

    In Afrika, Lateinamerika, Asien und darüber hinaus werden mit Global Gateway Projekte unterstützt, die sowohl den Entwicklungsprioritäten der Partnerländer als auch den strategischen Interessen Europas zugutekommen. Finanziert werden Projekte wie z. B. der digitale Wandel in Kolumbien, saubere Energie in Südafrika und der transkaspische Verkehrskorridor, mit dem die Konnektivität zwischen Europa und Zentralasien verbessert wird. Global Gateway ist auf gutem Wege, 2027 die Marke von 400 Mrd. EUR Investitionen zu überschreiten.

    Es funktioniert, weil politische Ziele mit der Expertise des Privatsektors kombiniert werden. Um diesen Ansatz noch weiter zu stärken, hat die EU die Global-Gateway-Investitionsplattform ins Leben gerufen, eine zentrale Anlaufstelle, die Unternehmen, staatliche Stellen und Entwicklungsfinanzierungseinrichtungen vereint, damit sie gemeinsam Projekte gestalten und umsetzen können.

  • Führend in der Klimapolitik

    Bei der COP30 im November 2025 in Belém (Brasilien) unterstrich Präsidentin von der Leyen das nachdrückliche Bekenntnis Europas zum Pariser Klimaschutzübereinkommen. Dieses Bekenntnis wurde mit dem Europäischen Klimagesetz und dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 % gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 zu verringern, bekräftigt. 

    Auch bei der Finanzierung des Klimaschutzes geht Europa weiterhin voran mit 31,7 Mrd. EUR öffentlichen Mitteln und der Mobilisierung weiterer 11 Mrd. EUR privater Finanzmittel allein im Jahr 2024.  

    Mit der im April 2026 ins Leben gerufenen Globalen Initiative für grüne Anleihen wird Europa bis zu 20 Mrd. EUR privates Kapital für Großprojekte im Bereich der nachhaltigen Infrastruktur mobilisieren und zugleich die Märkte für grüne Anleihen in Partnerländern fördern. 

    Außerdem hat die EU mit mehr als 15,1 Mrd. EUR zur Kampagne für denAusbau erneuerbarer Energien in Afrika beigetragen, die von Präsidentin von der Leyen und Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa gemeinsam ausgerichtet wurde. Mit diesen Investitionen werden der Zugang zu sauberer Energie ausgebaut und die Entwicklung der Industrie unterstützt, es werden Arbeitsplätze geschaffen und die Energiesicherheit Afrikas und Europas gestärkt.

  • Meere

    Im Jahr 2026 hat die EU die Meeresbeobachtungsinitiative OceanEye ins Leben gerufen, um Europas Kapazitäten für Meeresbeobachtung und -überwachung zu stärken und zugleich die wissenschaftliche Forschung und eine wettbewerbsfähigere und nachhaltigere blaue Wirtschaft zu unterstützen.

  • Globale Gesundheit

    Von Ebola-Ausbrüchen bis zu neu auftretenden Infektionskrankheiten ist die Welt weiterhin mit zunehmenden Gefahren für die Gesundheit konfrontiert, und gleichzeitig schränken internationale Geldgeber die Finanzmittel ein. Mit der neuen Initiative für Resilienz im Bereich der globalen Gesundheit stärkt die EU die globale Resilienz und bereitet sich rechtzeitig auf mögliche Krisensituationen vor.

  • Humanitäre Hilfe

    2026 benötigten über 239 Millionen Menschen weltweit humanitäre Hilfe. Während viele Geldgeber ihre Beiträge reduzieren, bleibt Europa in der humanitären Hilfe führend. Allein im Jahr 2026 sind mehr als 1,9 Mrd. EUR dafür vorgesehen.

    Europa stellte seine lebensrettende Solidarität unter Beweis, als Venezuela im Juni 2026 von zwei schweren Erdbeben erschüttert wurde. 19 europäische Länder entsandten Such- und Rettungsteams zusammen mit Fachleuten und stellten Notunterkünfte sowie Wasser- und Sanitärversorgung bereit, während das EU-Katastrophenschutzverfahren diese Unterstützung koordinierte. 

Auf dieser Seite ist nur eine Auswahl dessen aufgeführt, was wir im letzten Jahr erreicht haben. 
Für weitere Informationen können Sie die Broschüre herunterladen (PDF).

Die Seite wurde zuletzt am 11 September 2026 aktualisiert.