Der Schutz der Demokratie steht für die Kommission an erster Stelle. Mit Strategien und Rechtsakten sichert sie freie und faire Wahlen, wehrt Einmischung von außen ab und beschützt den Pluralismus und die Freiheit der Medien wie auch die Sicherheit von Medienschaffenden.
Zugleich bietet sie den Bürgerinnen und Bürgern durch verstärkte Beteiligung und Inklusion bei der Entscheidungsfindung mehr Möglichkeiten, sich aktiv ins demokratische Leben einzubringen.
Europäischer Schutzschild für die Demokratie
Der im November 2025 vorgestellte Europäische Schutzschild für die Demokratie ist die übergreifende Strategie der Kommission zum Schutz und zur Stärkung unserer Demokratien.
Mit dem Schutzschild wurden neue Maßnahmen in drei Schwerpunktbereichen vorgestellt:
- Schutz der Informationssphäredurch Verbesserung der Fähigkeit der EU, die Lage einzuschätzen und auf Desinformation und auswärtige Informationsmanipulation und Einmischung zu reagieren
- Belastbare demokratische Institutionen und freie Mediendurch Stärkung der Fairness und Integrität von Wahlen in der EU sowie Unterstützung freier und unabhängiger Medien
- Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz und des Engagements der Bürgerinnen und Bürgerdurch Sicherstellung der Medien- und Digitalkompetenz in allen Generationen und Unterstützung für Bürgerinnen, Bürger und Zivilgesellschaft, damit sie sich aktiv und sicher ins demokratische Leben einbringen können
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Europäisches Zentrum für demokratische Resilienz
Ein zentraler Bestandteil des Europäischen Schutzschildes für die Demokratie ist das Europäische Zentrum für demokratische Resilienz: ein neues Forum für den Austausch, das die Fähigkeit der EU verbessern soll, Bedrohungen für unsere Demokratien zu erkennen und darauf zu reagieren.
Das Zentrum dient als Sammelpunkt für das Fachwissen und die Ressourcen der beteiligten EU-Institutionen, der Mitgliedstaaten, der Beitrittskandidaten sowie potenzieller Kandidatenländer, mit weiteren Beiträgen aus Zivilgesellschaft und Hochschulwesen.
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Ein ständiges Ringen
Der Europäische Schutzschild für die Demokratie ist Teil eines breiteren, sich wandelnden Konzepts der EU zum Schutz der Demokratie. Wichtige Fundamente für den heutigen Rahmen wurden durch frühere Initiativen gelegt.
Mit dem Europäischen Aktionsplan für Demokratie wurde ein umfassender Rahmen für die Förderung freier und fairer Wahlen, die Stärkung der Medienfreiheit und die Bekämpfung von Desinformation sowie die Ermutigung zu zivilgesellschaftlichem Engagement geschaffen. Diese Arbeit wurde durch nachfolgende Maßnahmen vertieft, mit denen neue Transparenz- und Rechenschaftsstandards für Lobbyisten von Drittländern geschaffen und Empfehlungen zur Belastbarkeit von Wahlverfahren und zur Bürgerbeteiligung abgegeben wurden.
Thematische Übersicht der EU-Maßnahmen
Schutz freier und fairer Wahlen
Freie und faire Wahlen sind das Fundament der demokratischen Regierungsform. Die EU hat eine Reihe wichtiger Maßnahmen eingeführt, um die Integrität von Wahlen zu fördern:
- Die seit dem 10. Oktober 2025 geltende Verordnung über politische Werbung schreibt volle Transparenz darüber vor, wer für gesponserte politische Werbung bezahlt, damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, wann und warum ihnen gezielt politische Inhalte geboten werden.
- Im Europäischen Kooperationsnetz für Wahlen kommen die Wahlbehörden der Mitgliedstaaten zusammen, um Fachwissen und bewährte Verfahren darüber auszutauschen, wie Wahlen frei, fair und sicher bleiben.
- Durch aktualisierte Vorschriften zur Finanzierung europäischer politischer Parteien wird die Transparenz gestärkt und die Gefahr der Einmischung von außerhalb begrenzt.
Medienfreiheit und -pluralismus
Eine freie und pluralistische Medienlandschaft ist wesentlich für eine gesunde Demokratie. Die EU hat eine Reihe wegweisender Maßnahmen eingeführt, um das zu unterstützen:
- Das seit dem 8. August 2025 geltende Europäische Medienfreiheitsgesetz schützt die redaktionelle Unabhängigkeit, verbietet die Verwendung von Spyware gegen Journalistinnen und Journalisten und sorgt für Transparenz bei den Eigentumsverhältnissen von Medien.
- Die seit dem 7. Mai 2026 geltende Anti-SLAPP-Richtlinie schützt Medienschaffende, Aktivistinnen und Menschenrechtsverteidiger vor missbräuchlichen Gerichtsverfahren, mit denen sie mundtot gemacht werden sollen. Die Gerichte können unbegründete Fälle jetzt rasch abweisen, und diejenigen, die ins Fadenkreuz geraten sind, haben Anspruch auf Entschädigung.
Gegen Desinformation und Einmischung von außen
Desinformation und Informationsmanipulation sowie Einflussnahme aus dem Ausland bedrohen den demokratischen Diskurs und die Integrität von Wahlen unmittelbar. Die EU reagiert darauf unter anderem, indem sie
- Online-Plattformen zur Rechenschaft zieht: Das Gesetz über digitale Dienste schreibt großen Plattformen vor, Desinformationsrisiken zu bewerten und abzuschwächen. Die Unterzeichner des Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation verpflichten sich, Maßnahmen gegen die Verbreitung von Desinformation auf ihren Plattformen zu ergreifen. Die KI-Verordnung bietet weitere Schutzmechanismen gegen KI-generierte Manipulation.
- Einmischung von außen ermittelt und aufdeckt: Mit dem Projekt EUvsDisinfo und dem Schnellwarnsystem werden Desinformationskampagnen beobachtet und aufgedeckt, mit besonderem Schwerpunkt auf ausländischen staatlichen Akteuren. Die EU hat außerdem Sanktionen gegen Kreml-Medien erlassen, die seit dem russischen Überfall auf die Ukraine die europäischen Demokratien ins Visier genommen haben.
- Abwehrkräfte in der Gesellschaft stärkt: Die Kommission fördert die Digital- und Medienkompetenz mit Ressourcen für Erziehungspersonal sowie Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, wie etwa Leitfäden für Lehrkräfte und Toolkits für Sekundarschulen.
- Faktenprüfung unterstützt: Im Rahmen des Europäischen Schutzschildes für die Demokratie wird ein gestärktes Europäisches Netz von Faktenprüfern Fakten unabhängig in allen EU-Sprachen überprüfen. In der Europäischen Beobachtungsstelle für digitale Medien kommen Faktenprüferinnen, Forschende und Experten für Medienkompetenz aus der ganzen EU zusammen.
Mehr zur Bekämpfung von Informationsmanipulation
Zivilgesellschaftliches Engagement und Teilhabe
Die sinnvolle Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bereichert den demokratischen Diskurs und stärkt die repräsentative Demokratie. In ihrer Empfehlung über Bürgerbeteiligung aus dem Jahr 2023 warb die Kommission für die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger und der Zivilgesellschaft in politische Entscheidungsprozesse auf allen Regierungsebenen.
Die EU bietet den Bürgerinnen und Bürgern mehrere Möglichkeiten, sich unmittelbar in der Politikgestaltung zu engagieren:
Hier begegnen sich zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger, um über bestimmte politische Fragen zu beraten und sich mit konkreten Empfehlungen direkt in die Entscheidungsfindung der Kommission einzubringen.
Sie erlaubt es den Bürgerinnen und Bürgern, von der Kommission unmittelbar Vorschläge für neue Rechtsakte einzufordern – mit über 20 Millionen Unterschriften in mehr als 120 Initiativen seit 2011.
Es ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern, ihre Meinung zu den Initiativen der Kommission zu sagen und zur Entscheidungsfindung beizutragen.
Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der Jugend aus ganz Europa zusammen und beraten die Kommission direkt zu politischen Fragen, die junge Menschen betreffen.
Finanzierung
Um ihre Arbeit zum Schutz der Demokratie zu fördern, mobilisiert die Kommission eigens dafür vorgesehene Mittel aus zahlreichen EU-Programmen.
Aus den EU-Programmen werden unter anderem folgende Maßnahmen finanziert:
- Förderung der Integrität von Wahlen sowie Stärkung der Bürgerbeteiligung, des zivilgesellschaftlichen Engagements und des Vertrauens in die Demokratie
- verstärkte Finanzierung von Nachrichtenmedien innerhalb und außerhalb der EU
- Förderung der Medienkompetenz und der Fähigkeit von Bürgerinnen du Bürgern, Desinformation zu erkennen
Hier eine Auflistung der wichtigsten Förderprogramme:
Mit Blick auf die Zukunft hat die Kommission im Rahmen des kommenden langfristigen EU-Haushalts das Programm AgoraEU vorgeschlagen, das gegenwärtig vom Europäischen Parlament und vom Rat verhandelt wird. Wenn es angenommen wird, wird die finanzielle Unterstützung für demokratische Teilhabe, Medienfreiheit und Zivilgesellschaft erheblich aufgewertet.
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Die Seite wurde zuletzt am 29 Juni 2026 aktualisiert.