Zusammenfassung
- Die Europäische Kommission hat den nächsten langfristigen EU-Haushalt für den Zeitraum 2028–2034 vorgeschlagen, der auch als mehrjähriger Finanzrahmen (MFR) bezeichnet wird.
- Mit einem Volumen von 2 Billionen EUR über einen Zeitraum von sieben Jahren sollen die Souveränität Europas sowie die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und Resilienz aufgebaut werden.
- Der neue EU-Haushalt wird gestrafft, die Investitionen der EU modernisiert und die Prioritäten der Mitgliedstaaten und der EU strategischer aufeinander abgestimmt.
Wie werden die Mittel ausgegeben?
- 865 Mrd. EUR – fast die Hälfte des Haushalts – zur Verringerung des Gefälles zwischen den Regionen Europas
- 409 Mrd. EUR zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Weltwirtschaft
- 49 Mrd. EUR für Investitionen in Bildung (Erasmus+) und die Förderung demokratischer Werte (AgoraEU)
- 200 Mrd. EUR für den Aufbau noch engerer Partnerschaften rund um den Globus
Über dieses Diagramm
Die Beträge sind in jeweiligen Preisen angegeben.
*einschließlich Horizont Europa; Innovationsfonds (41 Mrd. EUR) nicht inbegriffen
**Fazilität „Connecting Europe“, Katastrophenschutz und Gesundheit, Binnenmarktprogramm, Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Justiz, Stilllegung kerntechnischer Anlagen, überseeische Länder und Gebiete und Programm „Pericles IV“
Was sind die wichtigsten Prioritäten des vorgeschlagenen EU-Haushaltsplans?
In dem Vorschlag werden sechs strategische Prioritäten für den nächsten langfristigen Haushalt festgelegt.
- Bürgerinnen und Bürger
- Finanzierung im Bildungsbereich und Möglichkeiten für junge Menschen, im Ausland zu studieren und zu arbeiten (z. B. Erasmus+ wächst um 50 %)
- Stärkere Unterstützung für die Zivilgesellschaft, die Medienfreiheit, die Umwelt und demokratische Werte durch das neue AgoraEU-Programm
- Bessere Vorbereitung auf und schnelleres Handeln bei Naturkatastrophen oder Notsituationen
- Einfacherer Zugang zu erschwinglichem Wohnraum, der in nationalen und regionalen Plänen vorgesehen ist
- EU-Mitgliedstaaten
- Einfacherer Zugang zu EU-Finanzhilfen durch gestraffte und maßgeschneiderte Pläne
- Mehr Kontrolle für Gemeinden hinsichtlich der Verwendung von Mitteln, bei gleichzeitiger Einhaltung der EU-Prioritäten
- Neues Darlehensangebot durch „Catalyst Europe“ mit günstigen Konditionen für strategische Investitionen
- Mehr strategische Instrumente für Energieunabhängigkeit, technologische Innovation und Verteidigungsfähigkeit
Wie wird die EU diesen Haushalt finanzieren?
Um dieses ehrgeizige Programm zu finanzieren, ohne die Länder zu mehr Beiträgen aufzufordern, hat die Europäische Kommission fünf neue Einnahmequellen der EU vorgeschlagen, die als „Eigenmittel“ bezeichnet werden:
- Emissionshandelssystem der EU
- CO2-Grenzausgleichssysteme
- Nicht gesammelte E-Abfälle
- Verbrauchsteuer auf Tabak
- Beiträge von großen Unternehmen, die im Binnenmarkt tätig sind
Diese dürften 58,5 Mrd. EUR pro Jahr generieren und tragen zur Finanzierung neuer langfristiger Prioritäten (Digitalisierung, Verteidigung und saubere Technologien) sowie zur Rückzahlung von Schulden aus dem COVID-Aufbauprogramm (NextGenerationEU) bei.
Was sind die Eigenmittel der EU?
Eigenmittel sind die wichtigsten Einnahmequellen der EU, wie Zölle oder ein Anteil der Mehrwertsteuer, die zur Finanzierung ihrer Prioritäten direkt in den EU-Haushalt fließen.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Vorschlag befindet sich nun in der Verhandlungsphase mit dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten. Nach seiner Verabschiedung wird der neue EU-Haushalt nicht nur die Ziele Europas finanzieren, sondern auch die Art und Weise neu gestalten, wie die EU über Grenzen und Generationen hinweg einen Mehrwert schafft.
Die Seite wurde zuletzt am 10 September 2025 aktualisiert.