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Europäische Kommission

Die Ukraine auf dem Weg in die EU

Überblick

Die bisherigen Fortschritte der Ukraine

Die Kommission gab im Juni 2022 ihre Stellungnahme zum Antrag der Ukraine ab, und im selben Monat erkannten alle Mitgliedstaaten der Ukraine den Status eines EU-Bewerberlandes zu.  

Im Dezember 2023 vereinbarten die Staats- und Regierungschefs der EU, Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufzunehmen. Die EU gab im Juni 2024 den offiziellen Startschuss für die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine.  

Die Verhandlungen sind in sechs thematische Blöcke aufgeteilt. Bislang wurden zwei von sechs Blöcken eröffnet:

  • Wesentliche Elemente
    Bei diesem im Juni 2026 eröffneten Block geht es um die zentralen Werte und Grundsätze der EU: von der Rechtsstaatlichkeit bis hin zu starken demokratischen Institutionen.
  • Außenbeziehungen
    Bei diesem im Juli 2026 eröffneten Block werden die Parameter festgelegt, nach denen die Bewerberländer ihre Außen-, Handels- und Verteidigungspolitik an die EU angleichen.

Im Zuge der Verhandlungen muss die Ukraine Reformen durchführen, um sich den Rechtsvorschriften und Normen der EU, dem sogenannten Besitzstand, anzupassen. Das Land hat beeindruckende Leistungen bei der Umsetzung von Reformen an den Tag gelegt – sogar mitten im Krieg. 

Die Ukraine ist bereits in wichtigen Bereichen vorangekommen, darunter:

  • Reform des Justizwesens
  • Aufbau einer funktionierenden Marktwirtschaft
  • Bekämpfung der Geldwäsche
  • Modernisierung der öffentlichen Verwaltung
  • Schutz von Minderheitenrechten 

Mehr über das EU-Beitrittsverfahren

Die Ukraine macht Europa stärker

Trotz des russischen Angriffskriegs und der Widrigkeiten, mit denen sie derzeit konfrontiert ist, beschreitet die Ukraine einen Weg, der ihrer Bevölkerung und den Menschen in Europa bedeutende Vorteile bringen wird. 

Durch den Beitritt der Ukraine würden die regionale Stabilität und Sicherheit verbessert, unsere gemeinsamen Werte der Freiheit und Demokratie gestärkt und die Vielfalt und das Erbe unserer Kulturen reicher. Auch würde die Erweiterung des Binnenmarkts europäischen Unternehmen neue Chancen eröffnen und Europa wettbewerbsfähiger machen. 

Zwischen der Ukraine und Europa bestehen starke historische und kulturelle Bande, und sie strebt nach der politischen und wirtschaftlichen Stabilität, die EU-Mitgliedstaaten genießen. 

Das Land ist eine vollwertige parlamentarische Präsidialdemokratie mit einer gut funktionierenden öffentlichen Verwaltung, die die Dinge auch während des Krieges am Laufen hielt. Es gibt dort eine aktive Zivilgesellschaft, und das Wahlsystem hat sich als fair und frei erwiesen.  

Auf Europa richtet sich der Blick aller Ukrainer, die für eine bessere Zukunft kämpfen. Und zusammen können wir diesen Kampf gewinnen. Zusammen können wir unsere Union vollenden. Zusammen können wir die Ukraine in unser gemeinsames europäisches Zuhause bringen. Das ist der Traum der ukrainischen Helden und Märtyrer. Und es ist auch unser Traum. Gemeinsam sind wir Europa.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission

Heranführung der Ukraine an die EU 

Die EU arbeitet bereits an der schrittweisen Integration der Ukraine in den Binnenmarkt und bietet schon jetzt den Ukrainerinnen und Ukrainern einige Vorteile, die die Menschen in Europa genießen.

Handel

Zwischen der EU und der Ukraine besteht seit 2014 ein Assoziierungsabkommen. Dieses Abkommen ist das wichtigste Instrument für die Annäherung zwischen der Ukraine und der EU: Es fördert engere politische Bande, stärkere Wirtschaftsbeziehungen und die Achtung der gemeinsamen Werte.  

Teil des Abkommens ist die vertiefte und umfassende Freihandelszone, durch die der Handel zwischen der EU und der Ukraine durch den schrittweisen Abbau von Zöllen auf Waren und Dienstleistungen angekurbelt wird. Es trägt auch zur Integration der Ukraine in den Binnenmarkt bei, indem sie dazu angehalten wird, sich an EU-Standards anzupassen.  Im Oktober 2025 trat die aktualisierte vertiefte und umfassende Freihandelszone in Kraft, was zu einer weiteren Vergrößerung der Handelsströme beitragen wird.  

Die EU ist für die Ukraine mit mehr als 50 % ihres Warenhandels im Jahr 2024 der wichtigste Handelspartner. Insgesamt belief sich der Warenhandel zwischen der EU und der Ukraine 2024 auf 67,2 Mrd. EUR, womit er sich seit Inkrafttreten der vertieften und umfassenden Freihandelszone 2016 mehr als verdoppelt hat. 

Mehr zum Handel EU-Ukraine 

Integration in den Binnenmarkt 

Seit Februar 2023 nimmt die Ukraine am Binnenmarktprogramm teil. Durch die Teilnahme an diesem Programm können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus der Ukraine Unterstützung und Zugang zu den EU-Märkten erhalten. 

Mehr über die EU-Unterstützung für die Binnenmarktintegration der Ukraine 

Forschung, Innovation und Bildung

Ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Bürgerinnen und Bürger nehmen durch „Horizont Europa“ und Erasmus+ an wichtigen EU-Programmen für Forschung, Innovation und Bildung teil.  

Im Dezember 2023 eröffnete die Kommission ein neues Horizont-Europa-Büro in Kyjiw. Die Beteiligung der Ukraine an „Horizont Europa“ und am Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung trägt zur Erhaltung und Förderung des ukrainischen Forschungs- und Innovationsökosystems bei.  

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden im Rahmen des Programms Erasmus+ 210 Mio. EUR mobilisiert, um Projekte in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für Ukrainerinnen und Ukrainer zu unterstützen.  

Mehr als 52 000 Ukrainerinnen und Ukrainer haben an Erasmus+-Mobilitätsmaßnahmen teilgenommen, durch die Studierende und Beschäftigte ihr Studium oder ihre berufliche Tätigkeit fortsetzen, die akademischen Beziehungen mit Europa aufrechterhalten und sich auf die künftige Erholung der Ukraine und ihre Integration in die EU vorbereiten können. 

Mehr über die EU-Unterstützung für Forschung und Innovation in der Ukraine 

Konnektivität 

Die Ukraine ist seit Juni 2023 mit dem Programm der Fazilität „Connecting Europe“ assoziiert. Dadurch konnten ukrainische Behörden und Unternehmen EU-Mittel für Projekte von gemeinsamem Interesse in den Bereichen Verkehr, Energie und Digitales beantragen, mit denen die Ukraine noch besser an ihre EU-Nachbarn angebunden wurde. 

Die Ukraine ist dem EU-Roaminggebiet am 1. Januar 2026 beigetreten. Ukrainische Bürgerinnen und Bürger, die in die EU-Mitgliedstaaten reisen, können nun ihre Mobilfunkdienste nahtlos nutzen, ohne zusätzliche Roaminggebühren zu zahlen. Gleiches gilt für EU-Bürgerinnen und -Bürger, die in der Ukraine Roaming nutzen.

Kultur

Seit 2022 wurden im Rahmen des Programms Kreatives Europa23 Mio. EUR mobilisiert, um den Kultur- und Kreativsektor sowie den audiovisuellen Sektor der Ukraine zu unterstützen.

Mehr überdie EU-Unterstützung für den ukrainischen Kultur- und Kreativsektor 

Zeitleiste

  1. 25. Juni 2024

    Die EU gibt den offiziellen Startschuss für die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine auf der ersten Regierungskonferenz.

  2. 12. März 2024

    Die Kommission legt dem Rat den Entwurf des Verhandlungsrahmens für die Beitrittsgespräche mit der Ukraine vor.

  3. 14. Dezember 2023

    Der Europäische Rat beschließt, Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufzunehmen.

  4. 8. November 2023

    Die Kommission empfiehlt dem Rat die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine.

  5. 23. Juni 2022

    Der Europäische Rat erkennt die europäische Perspektive der Ukraine an und gewährt ihr den Status eines Bewerberlandes.

  6. 17. Juni 2022

    Die Kommission gibt ihre Stellungnahme zum EU-Beitrittsantrag ab.

  7. 28. Februar 2022

    Die Ukraine beantragt die EU-Mitgliedschaft.

Die Seite wurde zuletzt am 14 Juli 2026 aktualisiert.