Page contents Page contents Der Weg ist noch weit Für die EU ist die Gleichstellung der Geschlechter ein selbstverständliches Ziel, an dem es nichts zu rütteln gibt. Wir gehen mit gutem Beispiel voran: 14 der 20 Länder, die die Liste zur Geschlechtergleichstellung anführen, sind EU-Mitgliedstaaten. Ausruhen können wir uns darauf allerdings nicht. Frauen sind auch weiterhin in den Chefetagen unterrepräsentiert, während sie gleichzeitig zu Hause deutlich mehr Arbeit als ihre männlichen Mitbürger leisten. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass alle Menschen, in all ihrer Vielfalt, ein Leben ohne Gewalt und Vorurteile führen können. Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Initiativen und Vorschlägen entworfen, die den Weg hin zu einer Gesellschaft freimachen sollen, in der alle ihr Leben nach ihren Wünschen gestalten können. Kürzlich wurde in einem neuen Fahrplan eine langfristige Vision zur Förderung der Frauenrechte dargelegt.Gewalt gegen FrauenJahr für Jahr werden in Europa über 3000 Frauen von ihren Partnern oder Familienmitgliedern getötet. Unzählige mehr werden verletzt und belästigt.Frauen sind mit körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt, wirtschaftlichem Missbrauch oder Ausbeutung konfrontiert. In verschiedenen Kontexten hat sich die Lage zudem noch verschlimmert, unter anderem am Arbeitsplatz und online. Die Nachwirkungen der Pandemie, Konflikte und der Klimawandel tragen ihren Teil dazu bei. Jede dritte Frauweltweit wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher oder sexueller GewaltMindestens zwei Frauen pro Wochewerden in der EU von ihrem Partner oder einem Familienmitglied getötet32 % der Fällesexueller Belästigung in der EU geschehen am Arbeitsplatz Quellen: UN Women, Eurostat, Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA)Frauen sind folgenden Formen von Gewalt ausgesetzt: Gewalt in der Partnerschaftsexuelle GewaltFemizidMenschenhandelGenitalverstümmelungOnline- oder technologiegestützte GewaltKinder-, Zwangsverheiratung 2022 legte die Kommission neue Rechtsvorschriften vor, um ein Mindestmaß an Schutz vor diesen Formen von Gewalt in der gesamten EU zu gewährleisten. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese on- oder offline stattfindet. Am 6. Februar 2024 erzielten das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten eine politische Einigung über den Vorschlag der Kommission.Darüber hinaus hat die EU das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Übereinkommen von Istanbul) ratifiziert.Dieses Übereinkommen trat für die EU am 1. Oktober 2023 in Kraft. Damit ist die EU an ambitionierte und umfassende Standards gebunden, um Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu bekämpfen und gar nicht erst entstehen zu lassen.Gewalt gegen Frauen – was unternimmt die EU dagegen? Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt Nach wie vor sind Frauen in Niedriglohnjobs über- und in Führungspositionen unterrepräsentiert. Hinzu kommt, dass sie in der EU immer noch weniger verdienen als Männer. Mit dem Alter wird die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern immer größer. Laut Statistiken sind manche Berufe fast ausschließlich Frauensache. In der EU sind 95 % der Reinigungs- und Hilfskräfte im Haushalt Frauen.Frauen machen den Großteil der Lehrkräfte (72 %) und des Personals im Gesundheitswesen (78 %) aus. Quellen: EIGE, Eurostat (Lehrstatistiken, Zahlen zum Gesundheitspersonal)Geschlechterklischees sind tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Sie sind der Grund für die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern. Nur 70,8 %der Frauen waren 2024 erwerbstätig12 %beträgt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen 202334,8 %der Führungspositionen waren 2023 von Frauen besetzt Quellen: Eurostat (2025), Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen (2023)Der Gender Pay Gap – was unternimmt die EU dagegen? EU-Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung in der Arbeitswelt EU-Kampagne: Bekämpfung geschlechtsspezifischer Vorurteile #EndGenderStereotypes: Rollenklischees und wie sie unseren Alltag bestimmenWelches Geschlecht verbinden wir intuitiv mit bestimmten Spielzeugen, Berufen, Sportarten oder sogar Farben? Geschlechterklischees und Vorurteile werden uns quasi schon in die Wiege gelegt. Oft sind sie unterbewusst, dennoch beeinflussen sie unser aller Leben – von Frauen wie von Männern. Geschlechterklischees können uns darin einschränken, welche Fähigkeiten wir uns aneignen und welche Lebensziele wir uns stecken: Für welche Ausbildung entscheiden wir uns, wie gestalten wir unsere berufliche Laufbahn, welche Lebensentscheidungen treffen wir ganz allgemein, z. B. bei der Wahl unserer Hobbys? Das muss sich ändern. Wir brauchen einen Perspektivenwechsel und müssen diese veralteten Geschlechterklischees hinterfragen. Mehr dazu Work-Life-Balance Der Haushalt und die Betreuung von Kindern und Angehörigen ist in den meisten Fällen immer noch Frauensache.Diese ungleiche Aufteilung sorgt dafür, dass Frauen für mehr Flexibilität eher den Beruf verlassen oder eine Teilzeitstelle annehmen. Darunter leidet oft ihr Einkommen. 2024 waren Eurostat zufolge 46,6 % aller in Hilfsberufen tätigen Frauen teilzeitbeschäftigt, gegenüber nur 15,8 % der Männer.Als Gegenmaßnahme hat die EU eine Reihe von Richtlinien angenommen, die den Bürgerinnen und Bürgern Mindestrechte zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben einräumen und eine gerechtere Aufteilung der Betreuungs- und Pflegeaufgaben zwischen Frauen und Männern fördern.EU-Rechtsvorschriften zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Mehr zu den EU-Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben Die ersten Schritte sind gemacht Noch ist die Gleichstellung von Männern und Frauen in der EU nicht erreicht. Fortschritte gibt es allerdings, wie aus dem Gleichstellungsindex 2025 hervorgeht: Die EU erreichte 63,4 von 100 Punkten. Das Ziel ist klar: 100 Punkte, also die vollständige Gleichstellung der Geschlechter.Gleichstellungsindex 2025 Strategien für die Gleichstellung der Geschlechter Im Jahr 2026 nahm die Kommission eine erneuerte Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2026-2030 an, die Folgendes umfasst:Kontinuierliche Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt – vor allem von CybergewaltBekämpfung des geschlechtsbedingten Lohn- und RentengefällesFörderung der höchsten Standards für Gesundheit und Gesundheitssysteme für alleweitere Schritte zur Förderung der gleichberechtigten und sicheren Teilhabe von Frauen an der PolitikKontinuierliche Förderung der Gleichstellung der Geschlechter auf der globalen EbeneDie neue Strategie baut auf den Fortschritten der Strategie 2020–2025 auf, in deren Rahmen die EUverbindliche Lohntransparenzmaßnahmen umgesetzt,Richtlinien zur Geschlechtergleichstellung in Vorständen verabschiedet,das Übereinkommen von Istanbul zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ratifiziertund die Europäische Strategie für Pflege und Betreuung sowie neue Ziele in der frühkindlichen Erziehung und Betreuung vorgeschlagen und damit die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt gefördert hat. Fortschritt ist möglich – aber nur gemeinsam Der jüngste Bericht über die Gleichstellung der Geschlechter zeigt: In der letzten Amtszeit der Kommission wurden bei der Lohngleichheit, der ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern in Unternehmensvorständen, der Work-Life-Balance und der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen wichtige Fortschritte erzielt. Die EU ist also auf dem richtigen Weg, doch gibt es noch Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, dass die entsprechenden Rechtsvorschriften ordnungsgemäß umgesetzt werden, damit die Rechte und die Würde von Frauen und Mädchen endlich konsequent geachtet, geschützt und gefördert werden. Das Streben nach Gleichheit für alle und nach Gleichheit in all ihren Facetten bleibt auch in Zukunft ein zentraler Aspekt der Arbeit der Kommission.Die Kommission investiert auch in eine Zukunft, in der es keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts mehr gibt. Projekte in diesem Bereich erhalten Unterstützung im Rahmen von Programmen wie „Bürgerinnen und Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte“ (CERV) und EU-Kohäsionsprogrammen. Projekt: Gleichstellung der Geschlechter in der Landwirtschaft Freies Feld in Europa: der Weg durch die „gräserne Decke“Seit Jahren halten Frauen im Hintergrund die europäische Landwirtschaft am Laufen: Sie bauen Lebensmittel an, bewirtschaften Land, ziehen Kinder groß und sorgen in manchen Orten sogar dafür, dass die Schulen geöffnet bleiben können. In der Agrarpolitik werden diese Bemühungen jedoch häufig übersehen. Das von der EU finanzierte Projekt „GRASS Ceiling“ wurde ins Leben gerufen, um Frauen in ländlichen Gebieten als Wegbereiterinnen eines Wandels in der Landwirtschaft anzuerkennen.Mehr dazu Die Mitgliedstaaten der Union müssen sich bei der Umsetzung von EU-Recht an die EU-Grundrechtecharta halten. Der Schutz Ihrer Grundrechte ist außerdem in der Verfassung eines jeden Landes festgeschrieben. Sollte Ihr Recht auf Gleichheit verletzt werden, finden Sie hier Ratschläge, wie Sie auf nationaler Ebene Beschwerde einlegen können. Allgemeine Veröffentlichungen7. März 2025Factsheet on a roadmap for women's rights Links zum Thema GleichstellungsmaßnahmenStrategie für die Gleichstellung der GeschlechterStatistische Datenbank zur Gleichstellung der GeschlechterJahresbericht über die Gleichstellung der Geschlechter in der EUDatenportal zur Strategie für die Gleichstellung der GeschlechterEuropäisches Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) Die Seite wurde zuletzt am 10 Februar 2026 aktualisiert.
Für die EU ist die Gleichstellung der Geschlechter ein selbstverständliches Ziel, an dem es nichts zu rütteln gibt. Wir gehen mit gutem Beispiel voran: 14 der 20 Länder, die die Liste zur Geschlechtergleichstellung anführen, sind EU-Mitgliedstaaten. Ausruhen können wir uns darauf allerdings nicht. Frauen sind auch weiterhin in den Chefetagen unterrepräsentiert, während sie gleichzeitig zu Hause deutlich mehr Arbeit als ihre männlichen Mitbürger leisten. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass alle Menschen, in all ihrer Vielfalt, ein Leben ohne Gewalt und Vorurteile führen können.
Freies Feld in Europa: der Weg durch die „gräserne Decke“Seit Jahren halten Frauen im Hintergrund die europäische Landwirtschaft am Laufen: Sie bauen Lebensmittel an, bewirtschaften Land, ziehen Kinder groß und sorgen in manchen Orten sogar dafür, dass die Schulen geöffnet bleiben können. In der Agrarpolitik werden diese Bemühungen jedoch häufig übersehen. Das von der EU finanzierte Projekt „GRASS Ceiling“ wurde ins Leben gerufen, um Frauen in ländlichen Gebieten als Wegbereiterinnen eines Wandels in der Landwirtschaft anzuerkennen.Mehr dazu