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Europäische Kommission

Was tut die EU für die Gleichstellung der Geschlechter?

Der Weg ist noch weit

Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Initiativen und Vorschlägen entworfen, die den Weg hin zu einer Gesellschaft freimachen sollen, in der alle ihr Leben nach ihren Wünschen gestalten können. Kürzlich wurde in einem neuen Fahrplan eine langfristige Vision zur Förderung der Frauenrechte dargelegt.

Gewalt gegen Frauen

Jahr für Jahr werden in Europa über 3000 Frauen von ihren Partnern oder Familienmitgliedern getötet. Unzählige mehr werden verletzt und belästigt.

Frauen sind mit körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt, wirtschaftlichem Missbrauch oder Ausbeutung konfrontiert. In verschiedenen Kontexten hat sich die Lage zudem noch verschlimmert, unter anderem am Arbeitsplatz und online. Die Nachwirkungen der Pandemie, Konflikte und der Klimawandel tragen ihren Teil dazu bei.

  • Gender based violence against woment
    Jede dritte Frau
    weltweit wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt
  • alt=""
    Mindestens zwei Frauen pro Woche
    werden in der EU von ihrem Partner oder einem Familienmitglied getötet
  • alt=""
    32 % der Fälle
    sexueller Belästigung in der EU geschehen am Arbeitsplatz

Quellen: UN Women, Eurostat, Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA)

Frauen sind folgenden Formen von Gewalt ausgesetzt: 

  • Gewalt in der Partnerschaft
  • sexuelle Gewalt
  • Femizid
  • Menschenhandel
  • Genitalverstümmelung
  • Online- oder technologiegestützte Gewalt
  • Kinder-, Zwangsverheiratung 

2022 legte die Kommission neue Rechtsvorschriften vor, um ein Mindestmaß an Schutz vor diesen Formen von Gewalt in der gesamten EU zu gewährleisten. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese on- oder offline stattfindet. Am 6. Februar 2024 erzielten das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten eine politische Einigung über den Vorschlag der Kommission.

Darüber hinaus hat die EU das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Übereinkommen von Istanbul) ratifiziert.

Dieses Übereinkommen trat für die EU am 1. Oktober 2023 in Kraft. Damit ist die EU an ambitionierte und umfassende Standards gebunden, um Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu bekämpfen und gar nicht erst entstehen zu lassen.

Gewalt gegen Frauen – was unternimmt die EU dagegen?

Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt

Nach wie vor sind Frauen in Niedriglohnjobs über- und in Führungspositionen unterrepräsentiert. Hinzu kommt, dass sie in der EU immer noch weniger verdienen als Männer. Mit dem Alter wird die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern immer größer. 

Laut Statistiken sind manche Berufe fast ausschließlich Frauensache. 

  • In der EU sind 95 % der Reinigungs- und Hilfskräfte im Haushalt Frauen.
  • Frauen machen den Großteil der Lehrkräfte (72 %) und des Personals im Gesundheitswesen (78 %) aus.  

Quellen: EIGE, Eurostat (Lehrstatistiken, Zahlen zum Gesundheitspersonal)

Geschlechterklischees sind tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Sie sind der Grund für die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern.   

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    Nur 70,8 %
    der Frauen waren 2024 erwerbstätig
  • alt=""
    12 %
    beträgt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen 2023
  • ""
    34,8 %
    der Führungspositionen waren 2023 von Frauen besetzt

EU-Kampagne: Bekämpfung geschlechtsspezifischer Vorurteile

#EndGenderStereotypes: Rollenklischees und wie sie unseren Alltag bestimmen

Welches Geschlecht verbinden wir intuitiv mit bestimmten Spielzeugen, Berufen, Sportarten oder sogar Farben? Geschlechterklischees und Vorurteile werden uns quasi schon in die Wiege gelegt. Oft sind sie unterbewusst, dennoch beeinflussen sie unser aller Leben – von Frauen wie von Männern. Geschlechterklischees können uns darin einschränken, welche Fähigkeiten wir uns aneignen und welche Lebensziele wir uns stecken: Für welche Ausbildung entscheiden wir uns, wie gestalten wir unsere berufliche Laufbahn, welche Lebensentscheidungen treffen wir ganz allgemein, z. B. bei der Wahl unserer Hobbys? Das muss sich ändern. Wir brauchen einen Perspektivenwechsel und müssen diese veralteten Geschlechterklischees hinterfragen.
 

Mehr dazu

Work-Life-Balance

Der Haushalt und die Betreuung von Kindern und Angehörigen ist in den meisten Fällen immer noch Frauensache.

Diese ungleiche Aufteilung sorgt dafür, dass Frauen für mehr Flexibilität eher den Beruf verlassen oder eine Teilzeitstelle annehmen. Darunter leidet oft ihr Einkommen. 2024 waren Eurostat zufolge 46,6 % aller in Hilfsberufen tätigen Frauen teilzeitbeschäftigt, gegenüber nur 15,8 % der Männer.

Als Gegenmaßnahme hat die EU eine Reihe von Richtlinien angenommen, die den Bürgerinnen und Bürgern Mindestrechte zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben einräumen und eine gerechtere Aufteilung der Betreuungs- und Pflegeaufgaben zwischen Frauen und Männern fördern.

EU-Rechtsvorschriften zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben 

Mehr zu den EU-Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

Die ersten Schritte sind gemacht

Noch ist die Gleichstellung von Männern und Frauen in der EU nicht erreicht. Fortschritte gibt es allerdings, wie aus dem Gleichstellungsindex 2025 hervorgeht: Die EU erreichte 63,4 von 100 Punkten. Das Ziel ist klar: 100 Punkte, also die vollständige Gleichstellung der Geschlechter.

Gleichstellungsindex 2025

Strategien für die Gleichstellung der Geschlechter

Im Jahr 2026 nahm die Kommission eine erneuerte Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2026-2030 an, die Folgendes umfasst:

  • Kontinuierliche Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt – vor allem von Cybergewalt
  • Bekämpfung des geschlechtsbedingten Lohn- und Rentengefälles
  • Förderung der höchsten Standards für Gesundheit und Gesundheitssysteme für alle
  • weitere Schritte zur Förderung der gleichberechtigten und sicheren Teilhabe von Frauen an der Politik
  • Kontinuierliche Förderung der Gleichstellung der Geschlechter auf der globalen Ebene

Die neue Strategie baut auf den Fortschritten der Strategie 2020–2025 auf, in deren Rahmen die EU

Fortschritt ist möglich – aber nur gemeinsam

Der jüngste Bericht über die Gleichstellung der Geschlechter zeigt: In der letzten Amtszeit der Kommission wurden bei der Lohngleichheit, der ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern in Unternehmensvorständen, der Work-Life-Balance und der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen wichtige Fortschritte erzielt. Die EU ist also auf dem richtigen Weg, doch gibt es noch Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.

Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, dass die entsprechenden Rechtsvorschriften ordnungsgemäß umgesetzt werden, damit die Rechte und die Würde von Frauen und Mädchen endlich konsequent geachtet, geschützt und gefördert werden. Das Streben nach Gleichheit für alle und nach Gleichheit in all ihren Facetten bleibt auch in Zukunft ein zentraler Aspekt der Arbeit der Kommission.

Die Kommission investiert auch in eine Zukunft, in der es keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts mehr gibt. Projekte in diesem Bereich erhalten Unterstützung im Rahmen von Programmen wie „Bürgerinnen und Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte“ (CERV) und EU-Kohäsionsprogrammen

Projekt: Gleichstellung der Geschlechter in der Landwirtschaft

Die Mitgliedstaaten der Union müssen sich bei der Umsetzung von EU-Recht an die EU-Grundrechtecharta halten. Der Schutz Ihrer Grundrechte ist außerdem in der Verfassung eines jeden Landes festgeschrieben. Sollte Ihr Recht auf Gleichheit verletzt werden, finden Sie hier Ratschläge, wie Sie auf nationaler Ebene Beschwerde einlegen können

  • Allgemeine Veröffentlichungen
  • 7. März 2025
Factsheet on a roadmap for women's rights

Die Seite wurde zuletzt am 10 Februar 2026 aktualisiert.