
Eine neue EU-weite Umfrage bestätigt, dass übermäßige Bildschirmzeit und die sozialen Medien erhebliche Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit junger Menschen haben. Die Veröffentlichung dieser Umfrage fällt zeitlich mit der Abschlusssitzung des Sonderausschusses für die Sicherheit von Kindern im Internet zusammen. Der Ausschuss hat die Präsidentin der EU-Kommission in der Frage beraten, wie Minderjährige im Internet besser geschützt werden können. Sie erörterten gewonnene Erkenntnisse, bewährte Verfahren und Schlüsselthemen wie die Stärkung der Rolle von Betreuungspersonen, um das Wohlergehen von Kindern im Internet zu gewährleisten. Am 13. Juli 2026 werden die Ko-Vorsitzenden des Ausschusses der Präsidentin ihre endgültigen Empfehlungen vorlegen.
Auswirkungen von Bildschirmzeit und sozialen Medien auf die Gesundheit von Jugendlichen
Die Umfrage ergab, dass junge Menschen in der EU an Schultagen durchschnittlich 4,5 Stunden und an Wochenenden mehr als 6 Stunden online verbringen. Die Ergebnisse zeigen einen engen Zusammenhang zwischen dem Alter, in dem junge Menschen mit der Nutzung sozialer Medien beginnen, und der Gesamtzeit, die sie an Bildschirmen verbringen.
Wichtigste Erkenntnisse
- 9 von 10 Jugendlichen berichten über mindestens ein negatives Symptom im Zusammenhang mit der Bildschirmzeit, z. B. übermüdete Augen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder schlechtere Ernährung.
- Fast jeder dritte Jugendliche gibt an, sich aufgrund der sozialen Medien gestresst, traurig oder sozial ausgegrenzt zu fühlen.
- 45 % der Jugendlichen vergleichen sich in den sozialen Medien mit anderen.
- Rund 25 % der Jugendlichen sind schon einmal auf problematische Online-Inhalte, z. B. Hetze, gestoßen.
- 40 % der Jugendlichen fordern einen besseren Zugang zu Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit.
- Mehr als 50 % der Eltern geben an, dass sich Bildschirme negativ auf das Leben junger Menschen auswirken, und 36 % sind der Ansicht, dass soziale Medien das psychische Wohlbefinden ihres Kindes beeinträchtigen.
- 54 % der Eltern befürworten zusätzliche Altersbeschränkungen oder Einschränkungen bei der Nutzung sozialer Medien.
Stärkung der EU-Maßnahmen zur Sicherheit von Kindern im Internet
Im Jahr 2026 richtete Präsidentin von der Leyen einen speziellen Expertenausschuss ein, um zur Entwicklung eines soliden und praktischen europäischen Ansatzes für die Sicherheit von Kindern im Internet beizutragen. Der Ausschuss brachte Jugendvertreter und Fachleute aus der gesamten EU aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter Gesundheit, Neurowissenschaft, Psychologie, IT, Kinderrechte und digitale Kompetenzen. Sie befassten sich mit zentralen Fragen im Zusammenhang mit der Sicherheit von Kindern im Internet, wie den Risiken und Vorteilen der Nutzung sozialer Medien und bestehenden Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger in der EU und weltweit sowie mit Möglichkeiten, diese zu stärken.
Der Schutz Minderjähriger im Internet und die Förderung ihrer psychischen Gesundheit gehören zu den obersten Prioritäten der Kommission. Die EU verfügt bereits über einen soliden Rechtsrahmen zum Schutz von Kindern im Internet, verstärkt jedoch ihre Bemühungen angesichts der zunehmenden Online-Risiken und Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen digitaler Plattformen auf die Sicherheit, die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Minderjährigen.
Sonderausschuss für die Sicherheit von Kindern im Internet
Erste Sitzung des Sonderausschusses für die Sicherheit von Kindern im Internet
Zweite Sitzung des Sonderausschusses für die Sicherheit von Kindern im Internet
Schutz und Stärkung junger Menschen im Internet
„Safe clicks“: Ein praktischer Leitfaden zur Online-Sicherheit
- Datum der Veröffentlichung
- 16. Juni 2026
- Autor
- Generaldirektion Kommunikation