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Europäische Kommission

„Rosa Oktober“: Unterstützung für Frauen im Kampf gegen Brustkrebs

  • Presseartikel
  • 16. Oktober 2024
  • Generaldirektion Kommunikation
  • Lesedauer: 3 Min
Les Amazones in Iceland
The Amazones group in Iceland who walked "100km-au délà" to support women with breast cancer

 

„Lasst keine Vorsorgeuntersuchung verstreichen – auch nicht um einen Monat“, sagt Maria, Vizepräsidentin einer Krebs-Selbsthilfegruppe an ihrem Arbeitsplatz in Brüssel. 2013 wurde bei ihr im Rahmen einer Routinekontrolle Krebs diagnostiziert. Damals war sie 38. „Ich war ein Jahr im Krankenstand und musste schwere Operationen über mich ergehen lassen. In dem Krankenhaus, in dem ich behandelt wurde, war ich die Jüngste – das Alter, in dem man an Krebs erkranken kann, sinkt dramatisch.“

Der Brustkrebsmonat Oktober ist eine Gelegenheit, für die Krankheit zu sensibilisieren, Frauen mit Brustkrebs zu unterstützen und darüber zu informieren, wie Früherkennung die Heilungschancen erheblich verbessern kann.  

Die EU spielt bei der Brustkrebsbekämpfung eine aktive Rolle: Im Rahmen ihrer Strategie für eine Europäische Gesundheitsunion hat sie einen Plan gegen den Krebs aufgestellt. Damit sollen sinnvolle Veränderungen in den EU-Ländern herbeigeführt und eine bessere Krebsprävention, -behandlung und -versorgung sowie eine höhere Lebensqualität für alle EU-Bürgerinnen und -Bürger erreicht werden. 2022 wurden auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisierte Screening-Leitlinien für Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs angenommen. Ziel der EU ist es, EU-weit 90 % der betreffenden Bevölkerungsgruppen ein Screening anzubieten.  

Brustkrebs macht derzeit fast 30 % aller diagnostizierten Krebserkrankungen bei Frauen in der EU aus. Bei der Teilnahme an Screenings bestehen jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Ländern und Bevölkerungsgruppen. 2022 richtete die EU das erste europäische Register der Ungleichheiten bei der Krebsbekämpfung ein, um Trends, Unterschiede und Ungleichheiten zwischen und innerhalb der EU-Länder und Regionen zu ermitteln. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für künftige politische Maßnahmen der EU und Investitionen in die Brustkrebsbehandlung. 

 „Ich war allein, als ich die Diagnose erhielt“, sagt Valentina, die Mitglied in Marias Selbsthilfegruppe ist.  „Die Selbsthilfegruppe ist zu meiner zweiten Familie geworden. Vieles wird leichter, wenn man mit anderen darüber spricht. Manchmal genügt schon ein aufmunterndes Wort von einem Kollegen.“ Die Selbsthilfegruppe zählt 200 Mitglieder, die Krebs hatten oder haben oder Krebserkrankte betreuen. 

„Alle sollten versuchen, eine solche Gruppe auf die Beine zu stellen“, sagt Valentina. Die Gruppe bietet umfangreiche Unterstützung an – von Beratungen zu den komplexen Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung bis hin zum Angebot von Yogakursen und Waldspaziergängen. Valentina betont, wie wichtig Bewegung ist, um nach einer Krebsbehandlung wieder zu Kräften zu kommen. „Vor meiner Krebserkrankung war ich nicht gerade eine Sportskanone“, lacht sie, „aber jetzt steht jedes Wochenende Sport auf dem Programm.“ 

Während ihrer Genesung schloss sich Valentina einem lokalen Programm in Belgien an, das Frauen mit Brustkrebs dazu ermuntert, sich gemeinsam körperlich zu betätigen, um so den Heilungsprozess zu fördern und das Risiko eines erneuten Auftretens von Krebs zu verringern. Valentina ist in Island mit einer Gruppe von 10 Frauen über 100 km gewandert. „Obwohl ich auf der Arbeit viel zu tun hatte, war ich voller Energie, als ich erfuhr, dass ich teilnehmen konnte.“ Die Gruppe gab sich den Namen „Die Amazonen“. „Wir haben erst im Nachhinein herausgefunden, dass manche griechische Etymologen den Namen auf „a-mazos“ zurückführen – was „brustlos“ bedeutet.  Diese furchteinflößenden Frauen sollen ihre rechte Brust abgetrennt haben, damit sie ungehindert den Bogen abschießen konnten“, erklärt Valentina.

Ein anderes Mitglied der Selbsthilfegruppe, Alice, wurde während eines Arbeitsaufenthalts in Niger mit Brustkrebs diagnostiziert. „Ich hatte gerade meine 15 Monate alte Tochter abgestillt, und es war der Beginn der Corona-Pandemie. Der Arzt riet mir, in Europa eine Biopsie machen zu lassen. Ich habe den letzten Flug erwischt, ehe der Flughafen für mehrere Wochen geschlossen wurde. Leider war der Befund positiv, und ich musste mich in Behandlung begeben. In Niger haben die Frauen nicht die gleichen Möglichkeiten.“ Und wie denkt Alice heute über diese Erfahrung? „Ich kann mich glücklich schätzen, in Europa geboren worden zu sein“, sagt sie. 

Weitere Informationen 

Europas Plan gegen den Krebs 

Europäische Gesundheitsunion 

Kampagne #GetScreenedEU mit Informationen über Krebsvorsorgeprogramme in den EU-Ländern 

Krebsvorsorge, -diagnose und -versorgung

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
16. Oktober 2024
Autor
Generaldirektion Kommunikation