In den frühen Morgenstunden des 26. April 1986 führte ein routinemäßiger Sicherheitstest im Kernkraftwerk Tschernobyl zum schwersten Atomunfall der Geschichte. Eine Kombination aus Konstruktionsmängeln am Reaktor und menschlichem Versagen löste eine katastrophale Explosion aus, bei der große Mengen an Strahlung freigesetzt wurden.Wie viele Menschen bei der Katastrophe ums Leben kamen, werden wir nie wissen, aber in den folgenden Jahren mussten rund 350 000 ihr Zuhause verlassen, und etwa 600 000 setzten bei Eindämmungsmaßnahmen ihr Leben aufs Spiel. In den letzten 40 Jahren ist Tschernobyl zu einem Beispiel dafür geworden, wie ein Unglück uns näher zusammenbringen kann.Seit der Gründung des ukrainischen Staates im Jahr 1991 arbeiten die EU und die Ukraine im Bereich der nuklearen Sicherheit zusammen. Seitdem hat die EU mehr als 1 Mrd. EUR für Maßnahmen im Bereich der nuklearen Sicherheit in der Ukraine bereitgestellt. Insbesondere leistete sie einen Beitrag in Höhe von 423 Mio. EUR für die neue Schutzhülle in Tschernobyl, eine massive Bogenstruktur über dem zerstörten Block 4, die den Austritt radioaktiver Strahlung verhindert. Nach einem russischen Drohnenangriff im Februar 2025 wurde diese Struktur schwer beschädigt, und die Europäische Kommission hat zusätzliche 37 Mio. EUR bereitgestellt, um sie bis 2030 wiederherzustellen.Ein weiteres weitgehend von der EU finanziertes Projekt ist der Industrielle Komplex für die Entsorgung fester radioaktiver Abfälle (ICSRM), mit dem die Stilllegung von Tschernobyl weiter vorangetrieben werden soll. Er trägt dazu bei, die derzeit am Standort gelagerten festen radioaktiven Abfälle zu behandeln, zu konditionieren und sicher zu lagern.Das Europäische Instrument für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Sicherheit (INSC) 2021-2027 ist das Außenhilfeprogramm der EU im Bereich der nuklearen Sicherheit. Es trägt zu einer Sicherheitskultur im Nuklearbereich, zur sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle und zur Umsetzung wirksamer und effizienter Sicherungsmaßnahmen im Nuklearbereich bei.Aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen wir, wie wir die nukleare Sicherheit gewährleisten und uns auf die Zukunft vorbereiten können. Zu diesem Zweck arbeitet die EU weiterhin koordiniert auf globaler Ebene zusammen.Mehr zum ThemaErklärung der KommissionSolidarität der EU mit der UkraineEuropäisches Instrument für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen SicherheitEuratom Einzelheiten Datum der Veröffentlichung24. April 2026 (Letzte Aktualisierung: 26. April 2026)AutorGeneraldirektion Kommunikation