Um der Fragmentierung der europäischen Forschungslandschaft entgegenzuwirken, soll mit dem Europäischen Forschungsraum ein dynamisches und attraktives Umfeld für Forschende und Innovatoren in ganz Europa entstehen. Laut einer Mitteilung der EU-Kommission konnten zwar deutliche Fortschritte in Richtung eines attraktiveren, effizienteren und stärker integrierten Forschungsraums erzielt werden – sein Potenzial ist jedoch ausbaufähig. In der Mitteilung werden vier Bereiche genannt, in denen weitere Maßnahmen erforderlich sind: Vorrang für Investitionen und Reformen: Die Europäische Union arbeitet mit den EU-Ländern zusammen, um die Forschungs- und Innovationsanstrengungen aufeinander abzustimmen und Reformen und Investitionen zu unterstützen. Europa ist jedoch noch weit von dem Ziel entfernt, 3 % des BIP der EU in Forschung und Entwicklung zu investieren. Beim Abbau regulatorischer, rechtlicher und administrativer Hürden für private Investitionen, der unbedingt notwendig ist, um mehr Investoren und Innovatoren nach Europa zu locken, muss noch erheblich mehr getan werden. Verbesserung des Zugangs zu Spitzenleistungen: Die im Rahmen des EU-Programms „Horizont Europa“ und durch Mobilitätsprogramme bereitgestellte Unterstützung hat zur Stärkung wissenschaftlicher Kooperationsnetze beigetragen. Über das Programm flossen zudem mehr als 1 Mrd. EUR in die Entwicklung stärkerer Forschungs- und Innovationskapazitäten in weniger leistungsfähigen EU-Ländern. Es muss jedoch mehr getan werden, um Bürokratie abzubauen und bessere Informationen über die verfügbaren Möglichkeiten für Forschende bereitzustellen. Übertragung der Ergebnisse ins Wirtschaftsleben: Der Europäische Innovationsrat hat sich zum größten Investor in technologieintensive Innovationen (Deep Tech) in Europa entwickelt. Der Europäische Forschungsraum hat gemeinsam mit den EU-Ländern die Entwicklung gezielter Leitlinien für die wirtschaftliche Nutzung von Forschungsergebnissen und Technologiefahrplänen unterstützt, aber Europa braucht noch mehr Risikokapital, um bahnbrechende Innovationen umzusetzen. Vertiefung des Europäischen Forschungsraums: Der Europäische Forschungsraum hat zu erheblichen Fortschritten bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Laufbahnentwicklung für Forschende geführt, aber es kann noch mehr getan werden. Im Einklang mit den europäischen Werten war Horizont Europa auch Vorreiter bei der weiteren Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Integrität der Forschung, der offenen Wissenschaft und des Datenaustauschs. Es sind jedoch weitere Anstrengungen erforderlich, um die verbleibenden Unterschiede bei den Karrieremöglichkeiten in der EU abzubauen und die langfristige Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit der europäischen Forschungs- und Technologieinfrastrukturen sicherzustellen. Wie im aktuellen Draghi-Bericht und in den politischen Leitlinien für die nächste Kommission hervorgehoben wird, sind Forschung und Innovation entscheidende Triebkräfte für wirtschaftliche Krisenfestigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlergehen. In der aktuellen Mitteilung wird die Entschlossenheit der EU bekräftigt, Forschung und Innovation in den Mittelpunkt des künftigen Wachstums Europas zu stellen. Mehr zum Thema Europäischer Forschungsraum Plattform für den Europäischen Forschungsraum EFR-Politikagenda 2022–2024. Horizont Europa Draghi-BerichtPolitische Leitlinien 2024-2029Pressemitteilung: Kommission analysiert Potenzial zur Stärkung des Europäischen Forschungsraums Einzelheiten Datum der Veröffentlichung22. Oktober 2024AutorGeneraldirektion Kommunikation