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REPowerEU: erschwingliche, sichere und nachhaltige Energie für Europa

REPowerEU-Maßnahmen

Die neuen geopolitischen Gegebenheiten und die Lage auf dem Energiemarkt zwingen uns, den Übergang zu sauberer Energie drastisch zu beschleunigen und Europa unabhängiger von unzuverlässigen Energielieferanten und schwankungsanfälligen fossilen Brennstoffen zu machen.

REPowerEU ist die Strategie, mit der die Europäische Kommission – vor dem Hintergrund der russischen Invasion der Ukraine – Europa schon weit vor 2030 von fossilen Brennstoffen aus Russland unabhängig machen will.

85 % der Europäerinnen und Europäer sind der Ansicht, dass die EU ihre Abhängigkeit von russischem Gas und Erdöl so bald wie möglich verringern sollte, um die Ukraine zu unterstützen. Durch geeintes Handeln als Union kann Europa dies schneller erreichen.

Der REPowerEU-Plan sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland rasch zu verringern, den ökologischen Wandel zu beschleunigen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit des EU-weiten Energiesystems zu steigern. Der Plan stützt sich auf folgende Komponenten:

Diversifizierung der Energieversorgung

Die EU arbeitet mit internationalen Partnern zusammen, um alternative Energiebezugsmöglichkeiten zu erschließen. Kurzfristig brauchen wir so schnell wie möglich alternative Bezugsquellen für Gas, Öl und Kohle, und künftig werden wir auch erneuerbaren Wasserstoff benötigen.

Energieeinsparungen

Alle Bürger/innen, Unternehmen und Organisationen können Energie sparen. Kleine Verhaltensänderungen können eine große Wirkung haben, wenn alle mitmachen. Außerdem werden wir Notfallmaßnahmen für den Fall von Versorgungsunterbrechungen vorsehen müssen.

Beschleunigung der Energiewende

Energie aus erneuerbaren Quellen ist die billigste und sauberste verfügbare Energie, und sie kann in der EU erzeugt werden, sodass weniger Einfuhren benötigt werden. REPowerEU wird den ökologischen Wandel beschleunigen und massive Investitionen in erneuerbare Energien anstoßen. Außerdem müssen wir dafür sorgen, dass fossile Brennstoffe in Industrie und Verkehr schneller ersetzt werden können, damit wir die Emissionen und Abhängigkeiten verringern können.

Saubere Energie

Um die Abhängigkeit der EU von fossilen Brennstoffen aus Russland zu beenden, muss die Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung massiv ausgebaut sowie die Elektrifizierung beschleunigt und die Nutzung fossiler Brennstoffe in der Industrie, im Gebäude- und im Verkehrssektor beendet werden. Der Übergang zu sauberer Energie wird im Laufe der Zeit dazu beitragen, dass die Energiepreise sinken und die Importabhängigkeit nachlässt. 

Energie aus erneuerbaren Quellen ist die billigste und sauberste verfügbare Energie, und sie kann in der EU erzeugt werden, sodass der Importbedarf zurückgeht. Die Kommission schlägt vor, das EU-Ziel für erneuerbare Energien bis 2030 von derzeit 40 % auf 45 % anzuheben. Mit dem REPowerEU-Plan würden die Kapazitäten zur Erzeugung erneuerbarer Energien bis 2030 auf 1 236 GW ausgebaut, was über den im „Fit für 55“-Paket angestrebten 1 067 GW liegt.

Die EU-Strategie für Solarenergie wird die verstärkte Nutzung von Energie aus Photovoltaik-Anlagen fördern. Als Teil des REPowerEU-Plans will sie bis 2025 über 320 GW Solarstrom aus neu installierten Photovoltaikanlagen - und bis 2030 knapp 600 GW ins Netz einspeisen. Diese vorgezogenen zusätzlichen Kapazitäten werden bis 2027 den jährlichen Verbrauch von 9 Mrd. m³ Erdgas auffangen.

Saubere Industrie

Wenn Kohle, Erdöl und Gas in industriellen Prozessen ersetzt werden, so wird dies dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland im Zuge des Übergangs zu umweltfreundlicheren Energiequellen zu beenden, die Industrie wettbewerbsfähiger zu machen und die internationale technologische Führungsrolle zu stärken. 

  • Mit Elektrifizierung, Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energieträger könnte die Industrie bis 2030 rund 35 Mrd. m³ Erdgas mehr einsparen als im „Fit for 55“-Paket vorgesehen.
  • Die größten Einsparungen beim Gas wären mit nahezu 22 Mrd. m³ bei der Herstellung von nichtmetallischen Mineralien, Zement, Glas, Keramik und Chemikalien sowie bei den Raffinerien erzielbar.
  • Bis 2030 dürften rund 30 % der Primärstahlerzeugung in der EU – auf der Basis von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen – CO2-neutral ablaufen.

Die Industrie wird auch eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, die Kapazitäten zur Produktion der für eine rasche Transformation unseres Energiesystems notwendigen Anlagen und Gerätschaften zu erweitern.

Energieeinsparungen

Energieeinsparungen sind die kostengünstigste, sicherste und sauberste Möglichkeit, unsere Abhängigkeit von Einfuhren fossiler Brennstoffe aus Russland zu verringern. Wir alle – Verbraucher/innen und Unternehmen aller Industriezweige – können hierzu einfach einen Beitrag leisten, indem wir unseren Energieverbrauch senken. Zusammen mit Energieeffizienzmaßnahmen werden sich unsere Einzelmaßnahmen positiv auf die Preise auswirken – unsere Energierechnungen direkt senken, unsere Wirtschaft widerstandsfähiger machen und die Energiewende in der EU beschleunigen.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Energieverbrauch in unserem Alltag zu senken, beispielsweise durch

  • Senkung der Heiztemperaturen bzw. verminderte Nutzung der Klimaanlage
  • effizientere Nutzung von Haushaltsgeräten
  • wirtschaftlicheres Fahren
  • Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und aktive Mobilität
  • Abschalten nicht benötigter Beleuchtung

Alle Energienutzer müssen wissen, welches die besten Möglichkeiten und die wirksamsten Maßnahmen zum Energiesparen sind. Die Kommission wird die Bürgerinnen und Bürger mit gezielten Informationen unterstützen, um ihnen dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und bei Käufen die Energieeffizienz zu berücksichtigen. 

Wir arbeiten auch mit Organisationen wie der Internationalen Energieagentur, den Mitgliedstaaten und lokalen Behörden zusammen, um die wirksamsten Energiesparmaßnahmen ausfindig zu machen und zu fördern.

Finanzierung von REPowerEU

Bis 2027 werden für die schrittweise Entkoppelung von Einfuhren fossiler Energie aus Russland, die den europäischen Steuerzahler derzeit nahezu 100 Mrd. EUR jährlich kosten, zusätzlich 210 Milliarden EUR benötigt. 

Bei der Verwirklichung von REPowerEU sollen die zusätzlichen EU-Mittel vorrangig aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) kommen. Die Mitgliedstaaten sollten in ihre Aufbau- und Resilienzpläne eigene Kapitel zu REPowerEU aufnehmen, um Investitionen in die Prioritäten unter REPowerEU zu lenken und die erforderlichen Reformen durchzuführen.

Die Mitgliedstaaten können die verbleibenden Mittel einsetzen für ARF-Darlehen (momentan 225 Mrd. EUR) und neue Finanzhilfen im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität, die durch die Versteigerung von derzeit in der Marktstabilitätsreserve gehaltenen EHS-Emissionszertifikaten (20 Mrd. EUR) gegenfinanziert werden.

Weitere Finanzierungsquellen von REPowerEU sind:

  • Kohäsionsfonds
  • Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
  • Fazilität „Connecting Europe“
  • Innovationsfonds
  • Nationale und EU-Mittel zur Unterstützung der Ziele von REPowerEU
  • Nationale Haushaltsmaßnahmen
  • Privatinvestitionen
  • Europäische Investitionsbank

Zusammenarbeit mit internationalen Partnern

Wir wollen langfristige Partnerschaften aufbauen, die für beide Seiten von Nutzen sind – erneuerbare Energien fördern, die Energieeffizienz weltweit verbessern und bei umweltfreundlichen Technologien und Innovationen zusammenarbeiten. Die neue EU-Energieplattform wird eine Schlüsselrolle spielen und die Nachfrage bündeln, die Nutzung der Infrastruktur koordinieren, mit den internationalen Partnern verhandeln und die gemeinsame Beschaffung von Gas und Wasserstoff vorbereiten.

Maßnahmen:

  • Aufstockung der Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA und Kanada sowie Pipeline- und LNG-Gas aus Norwegen
  • Engere Zusammenarbeit mit Aserbaidschan, insbesondere in Bezug auf den südlichen Gaskorridor
  • Politische Vereinbarungen mit Gaslieferanten wie Ägypten und Israel zur Steigerung der LNG-Importe
  • Wiederaufnahme des Energiedialogs mit Algerien
  • Fortsetzung der Zusammenarbeit mit wichtigen Produzenten in der Golfregion (u.a. Katar) sowie mit Australien
  • Koordinierung mit Gaskäufern wie Japan, China und Korea
  • Sondierung des Exportpotenzials afrikanischer Länder südlich der Sahara wie Nigeria, Senegal und Angola

Die EU wird auch weiterhin mit der G7, der G20 und anderen internationalen Foren, einschließlich der OPEC und der IEA, zusammenarbeiten, um für gut funktionierende globale Ölmärkte zu sorgen.

Zeitleiste

  1. 14. Dezember 2022

    Das Europäische Parlament und der Rat erzielen eine politische Einigung über die Finanzierung von REPowerEU und ermöglichen es den Mitgliedstaaten, REPowerEU-Kapitel in ihre Aufbau- und Resilienzpläne aufzunehmen.

  2. 9. Dezember 2022

    Neue Industrieallianz zum Ausbau der Solarenergie und der Energieversorgungssicherheit in der EU

  3. 9. November 2022

    Kommission forciert grünen Wandel ohne russisches Gas durch zügigere Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien

  4. 26. Juli 2022

    Auf der Grundlage des Kommissionsvorschlags erzielt der Rat Einigung über eine gesittete und abgestimmte Senkung des EU-weiten Gasverbrauchs, um für den kommenden Winter gerüstet zu sein.

  5. 20. Juli 2022

    Gaseinsparungen für den Winter: Kommission legt Plan zur Senkung der Gasnachfrage vor, um EU auf Lieferkürzungen vorzubereiten

  6. 18. Juli 2022

    Die EU und Aserbaidschan unterzeichnen eine neue Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft im Energiebereich als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit in Sachen Energieeffizienz und saubere Energie. Hierdurch verdoppelt sich die Kapazität des südlichen Gaskorridors, was für die EU bis 2027 mindestens 20 Mrd. Kubikmeter jährlich bedeutet.

  7. 15. Juli 2022

    Die Kommission genehmigt „IPCEI Hy2Tech“, das erste große Wasserstoff-Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse. Konkret geht es um die Entwicklung innovativer Technologien für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette im Sinne CO2-armer Industrieprozesse und Mobilität. An dem Projekt sind 35 Unternehmen aus 15 Mitgliedstaaten mit 41 Vorhaben beteiligt.

  8. 27. Juni 2022

    Neue Gasspeicher-Vorschriften werden beschlossen. Sie sollen die Gasversorgungssicherheit der EU mit Blick auf die kommenden Winter erhöhen. Konkret müssen die EU-Mitgliedstaaten bis November dieses Jahres ihre Speicher zu 80 % und in den Folgejahren zu 90 % befüllen.

  9. 23. Juni 2022

    Die EU und Norwegen vertiefen ihre Partnerschaft, um die kurz- und langfristige Gasversorgung auszubauen, die hohen Energiepreise anzugehen und die Zusammenarbeit im Bereich saubere Energie, einschließlich Wasserstoff, zu intensivieren.

  10. 17. Juni 2022

    Die EU, die Vereinigten Staaten und elf weitere Länder wollen im Rahmen des „Global Methane Pledge Energy Pathway“ den Methanausstoß im Öl- und Gassektor rascher senken und damit sowohl den Klimaschutz als auch die Energieversorgungssicherheit voranbringen.

  11. 15. Juni 2022

    Die EU, Ägypten und Israel unterzeichnen eine trilaterale Vereinbarung über die Ausfuhr von Erdgas nach Europa. Erdgas aus Israel, Ägypten und anderen Quellen im östlichen Mittelmeerraum gelangt über die ägyptische LNG-Exportinfrastruktur nach Europa.

  12. 25. Mai 2022

    Die Kommission richtet die Taskforce „EU-Energieplattform“ ein, um alternative Bezugsquellen zu erschließen.

  13. 18. Mai 2022

    Die Kommission präsentiert REPowerEU, ihren Plan zur raschen Unabhängigkeit von fossiler Energie aus Russland und zur Beschleunigung des ökologischen Wandels.

Unterlagen

  • Communication

REPowerEU related documents

A clear and complete repository of the thematic areas that are shaping the REPowerEU initiative

17 MAI 2022
Questions and answers about REPOwerEU
English
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17 MAI 2022
Factsheet: REPowerEU actions
English
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17 MAI 2022
Factsheet: Financing REPowerEU
English
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17 MAI 2022
Factsheet: Clean energy
English
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17 MAI 2022
Factsheet: Energy savings
English
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17 MAI 2022
Factsheet: International energy strategy
English
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